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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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6 Route 2.

HANNOVER .

Rathaus.

Im Treppen hause hat die Sammlung antiker uni> moukrnkh Skulp-turen Aufstellung gefunden. Tm II. Stock: Glasschrank mit kleinen Brnn-zen und Skulpturen*, Büsten von Rauch und Ganova. Auf dem I. Podest:Perseus und Andromeda; im Erdgeschoß Werke von Kümmel und Hase-mann; im Mittelgange 14 Büsten römischer Kaiser.

Das Erdgeschoß enthält 2 Räume mit Gemälden, meist Italienerdes xvn. u. xviii. .Tahrh. Daran schließen sich die Altertümer: Altar-geräte, Paramenten, Gobelins u. s. w., Gläser, Waffen, Rüstungen, Möbelaller Art, sowie die sehr reichhaltige Sammlung von Emblemen und Ge-räten der Gilden, letztere in drei Räumen, der Ritter- , Bauern- und Gilde-stube geordnet. Auch das Modell der Germania vom Siegesdenkmal (S. 9)ist hier aufgestellt.

Im Centrum der Altstadt liegt der Markt mit der Markt-kirche (PI. 16: C5), einer Hallenkirche in Backstein ans demxiv. Jahrh.; an deT Außenseite einige Grabdenkmäler aus dem xvi.und xvii. Jahrh.; im Innern, 1855 restauriert, schone Glasgemälde,nach Kartons von A. v. Kreling , und ein aus Eichenholz geschnitzterAltar von Hurizig; in der Kapelle unter dem Turm die Fahnender englisch-deutschen Legion, 1808-15; der Turm ist 90m h. —Das alte ^Rathaus (PI. 27: C 5), der Marktkirche gegenüber, ist1439 und 1455 erbaut, ein Backsteinbau spätgot. Stils, der nachder Köbelinger Straße zu gelegene Flügel 1845 neu aufgeführt, dasGanze 1878-79 durch Hase restauriert, 1890-91 durch einen Anhauerweitert; der große Festsaal hat Wand- und Deckengemälde vonSchaper aus Hannover , der auch den Ratsweinkeller (S. 3) ausge-malt hat. Vor dem Rathaus ein got, Brunnen in Bronze, nach HasesEntwurf (1881); auf der Südseite wird eine Markthalle errichtet.

Vom Markt nach S. laufen die Markt- und die KöbelingerStraße, nachN. die Knochenhauer-u. die Schmiedestraße, welchesich durch zahlreiche schone spätgot. Ziegelbauten mit hohenStaffelgiebeln aus dem xv. u. xvi. Jahrh. auszeichnen. Am Endeder Marktstraße die got. Ägidienkirche (PI. 11: C 5), aus demxiv. Jahrh., mit Renaissanceturm. •— In der Schmiedestraße,neben der Marktkirche, ein 1880 errichtetes Standbild des PastorsBödeker, von Dopmeyer. Das Haus n°10, Ecke der Kaiserstraße, ist*Leibniz t ehern. Wohnhaus (Pl. 18: C 4), jetzt für das Gewerbe-museum bestimmt, ein Renaissancebau von. 1652*, an dem Erker16 biblische Reliefdarstellungen. —■ Die nahe Kreuzkirche (Pl. 14:04) hat ein gutes Altarbild von Gönne nach Jul. Schnorr.

Südwestlich vom Markt, in der Leinstraße, das umfangreichekgl. Schloß (Pl. 29: 05), mit der Rückseite an die Leine stoßend.Es stammt aus dem xvii. Jahrh., wurde aber 1817 zum großen Teilumgebaut (zugänglich tägl. von 9-5 Uhr, Eingang Portal n° 2).Der nördl. Flügel dient jetzt zeitweilig als Wohnung des PrinzenAlbrecht von Preußen , Regenten des Herzogtums Braunschweig.In der Schloßkapelle ein Altarblatt von L. Cranach , die Kreu-zigung, sowie Fresken von Oesterley , die Himmelfahrt darstellend.Unter der Kapelle die Fürstengruft.

Gegenüber, Leinstraße n° 29, das sog. Alte Palais (Pl. 22:

C 5), früher Wohnung des Königs Ernst August. 1774-95 resi-