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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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8. Von Rheine nach Emden .

140 km, Preuß. Staatsbahn (Dir. Cüln rechtsrheinisch). Schnellzug in3 St..O P,ersonenzug in 4 St. für Jl 11.20, 8.4 5.60.

Rheine s. S. 82. — 8km Salzbergen (S. 32); 17km Leschede .

— 31km hingen, Kreisstadt mit 6000 Einw., Hauptstadt der ehern.Grafschaft, 1685-1809 Sitz einer Universität. — 51km Meppen (Gasth. bei Brüggemann), Kreisstadt von 3500 Einw«, an der Mün-dung der Haast in die Ems; Hauptort des standesherrlichen Für-stentums Arenberg-Meppen. 20 Min. nördl. der große Krupp-sche Artillerieschießplatz, wo stets viele Feld-, Festungs- undMarinegeschütze zu Schießproben lagern und namentlich diedurchschossenen mächtigen Panzerplatten das Interesse erregen.

— ülkm Kellerberg; 70km Lathen; 78km Kluse; 81km Dörpen ;92km Aschendorf. — 97km Papenburg (Gasth. Triep), Stadt von7000 Einwohnern, 1675 gegründet als Kolonie im Hochmoor , einemc. BöOqkm großen, von zahlreichen Kanälen („Yeentiefen“) durch-schnittenen torfreichen Sumpflande. — 106km Ihrhove: die Fort-setzung der Linie Oldenhurg-Leer (B. 7) überschreitet hier die Emsund führt über Weener und Bunde nach (18km) Neuschanz , aufniederländischem Gebiet: s. Bcedekers Belgien u. Holland.

114km Leer (Gasth.: * Möllers Hot. zum Prinzen von Oranien;Victoria ; Erbgroßherzog von Oldenburg ), lebhafte Handelsstadt mit10400 Einw., in der fruchtbarsten Gegend von Ostfriesland , ander Mündung der Leda in die Ems. Her nahe der Stadt gelegenePlitenberg (25m) war wahrscheinlich eine altheidnische Kultstätte.

— Eisenbahn nach Oldenburg und Bremen s. R. 7. Dampfschilfnach Borkum vergl. S. 25.

122km Neermoor; 130km Oldersum; 135km Petkum.

140km Emden. — Gasth.: ^Weißes Haus , dem Ratbaus gegen-über, Z. L. B. von 2 M an, K. 1, M. 2 I |2-3 dl\ H. Bellevue, H. Union,in beiden Z. L. B. P/2-2, F. 3 /.*, M. l 3 /4~2 Jl\ Heerens H., alle drei beimBabnbof und Dampfboot-Landeplatz; Prinz von Preußen, gelobt. —Bier im Gold. Adler, am Rathaus; in der Börse, an der Ratabrücke.

Emden ist eine der lebhaftesten kleineren Handelsstädte Nord-deutschlands mit 14000 Einw., bis 1744 freie Reichsstadt, früherunmittelbar an der Ems gelegen, jetzt */2 St. von dieser entfernt,aber durch ein tiefes Fahrwasser mit ihr und dem Dollart ver-bunden, so daß zur Flutzeit Schiffe von 3 , 5 m Tiefgang einfahrenkönnen. Die Stadt zeigt schon ganz den holländ. Charakter,die Häuser mit Giebelfronten, große Sauberkeit, schiffbare Kanäleu. s. w. Das * Rathaus t 1574-76 in reichem Renaissancestil er-baut, besitzt eines der merkwürdigsten ^Zeughäuser, an schönenalten Feuerwaffen aus dem 30jähr. Krieg besonders reich; außer-dem franz. Waffen und Armaturstücke aus dem letzten Kriege, einGeschenk des Kaisers. Yom Turm guter Umblick (Trkg. 50 Pf.).In der großen Kirche ein Marmordenkmal des Grafen Enno II. vonOstfriesland (1548). Im naturhist. Museum reicheBernsteinsamm-