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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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49
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nach Deutz.

PADERBORN .

15. Route. 49

Im gräfl. Schloß eine Gemäldesammlung. Ausflüge : nach der Iburg (2km), Neuenheerse , mit alter Stiftskirche (Säulenbasilika, nach1165; 7km) u. a. 0. — Zwei Tunnel.

49km Altenbeken, Knotenpunkt der Bahn von Hannover (R. 19).

Von Altenbeken nach Warburg (über die Wasserscheidezwischen Rhein und Weser ), 37km, Eisenbahn in 40 Min. - 1 St. für dt 3.70,2.50, 1.90, bezw. dl 3.30, 2.30, 1.50. — 4km Buhe; 18km Willebadessen , dannein Viadukt. Jenseit (26km) Bonenburg überschreitet die Bahn die LinieScherfede-Holzminden (S. 55). — 37km Warburg s. S. 56.

Weiter durch hübsche waldige Berggegend, auf 480m langem,35m h. Viadukt über das Beekethal , dann über den 216m 1., 26mh. Duneviadukt . [Bei Schloß Hohenborn , 2 St. 1. der Bahn, dersog. Bullerborn, ein früher intermittierender Quell, Ursprung derunter dem Paderborner Dom entspringenden Quelle, welcher 772das Heer Karls d. Gr. erquickte.] — 56km Neuenbeken.

54km Paderborn . — Gasth. •, am Bahnhof Vereinsh. ; DeutscherHof, Z. Jj. B. F. D /2 M. 1 dl\ in der Stadt: H. Löffelmann. Preuß.Hof, Westfäl. Hof, Z. I,. B. 1.80-2 dl, F. 60-75 Pf.. M. m.W. 2 '/ 4 JI.

Paderborn , mit 18 000 Einwohnern, schon 777 als Ort für daserste Maifest Kails d. Gr. im Sachsengebiet erwähnt, ist seit 795Bischofssitz, seit dem Jahr 1000 Stadt.

Beim Austritt aus dem Bahnhof r., und immer geradeaus, durchdas Westernthor, die Westernstraße, über den Kettenplatz, dannan dem (r.) gut restaurierten Rathaus, von 1477 und 1618, mitmächtiger, 6geschossiger durch 2 hohe Erker verzierten Westfront,schönem großen Saal und prächtigem Treppenhaus, vorüber zumMarkt, an welchem der Dom liegt.

Der Dom , wiederholt durch Feuer zerstört, ist in seinem westl.Teil, mit dem massigen Turm und der Krypta, 1058-68 erbaut, imim östl. Teil um 1263. Am südl. *Hauptportal Skulpturen aus demxm. Jahrh.: Christus am Kreuz zwischen zwei schwebenden Engelnim Bogenfelde, Maria mit dem Christuskinde am Teilungspfosten,an den Seiten die Statuen männlicher Heiligen. Andere Skulp-turen an der Südseite: die klugen u. die thürichten Jungfrauen,neutestamentl. Scenen und (am Fries) Gegenstände aus der deut-schen Tierfabel.

Inneres. Im nördl. Querschiff ein spätgotischer, trefflich skulptierterAltar, xv. Jahrh. Im Chor: Grabmal des Bischofs Botho (+ 1051), 1399 er-richtet, und das hohe figurenreiche Grabdenkmal des Fürstbischofs Theodorvon Fürstenberg (+1618); ferner drei metallene Grabplatten der Bischöfe Bern-hard V. (+ 1341), Rupert von Berg (+1394), an der großen Chortreppe, undHeinrich von Spiegel (+ 1380), an der südl. kleinen Ohortreppe. — In derSchatzkammer ein silberner, stark vergoldeter, 1 , 33 m langer Sarkophag, dieGebeine des Ä. Liborius enthaltend, an Stelle des von Herzog Christian v.Braunschweig 1621 weggenommenen silbernen Sarges (die daraus geschla-genen Thaler trugen die Umschrift: „Gottes Freundt, der Pfaffen Feindt“).Von größerem Kunstwert sind ein Reliquienkästchen, früher als Tragaltär-chen benutzt, urkundlich vom J. 1100, zwei silberne Kelche aus dem xii.u. xv. Jahrh., silberne Statuen der H.Kilianu. Liborius aus dem xiv. Jahrh.— Im gotischen Kreuzgang (außerhalb), im mittleren Fenster oben, inStein drei Hasen mit nur drei Ohren, so zusammengesetzt, daß jeder Hasezwei Ohren hat, das Ilandwerksburschenwahrzeichen von Paderborn .

In der Nähe die alte Bartholomäuskapelle , unter Bischof Mein-

Bffidekers Nordwest-Deutschland. 24. Aufl. 4