64 Route 19.
Erichsruh und Berghalle.— 16km Weetzen; Zweigbahn nach Hastes. S. 38. — 24km Bennigsen. — 30km Eldagsen ; das Städtchen6km 1. von der Bahn. Im Vorblick das bewaldete Deistergebirge. —34km Springe (Meyers Hotel), mit kaiserl. Jagdschloß und großemWildpark. 35 Min. vom Bahnhof die Deisterpforte (Best.), mitAussicht; noch umfassender von dem */2 St. weiter aufwärts auf demEbersberge (331m) gelegenen Aussichtsturm Deisterwarte. — 42kmMünder , Station für das 20 Min. entfernte, im Thal zwischen Sün-tel und Deister , freundlich gelegene Städtchen d. N. (Gasth.: Hot.Brockhoff; Ratskeller), mit Solbad, Schwefel- u. Stahlbrunnen.— 46km Hasperde.
53km Hameln . — Gasth.: *11. Tbiemann, ‘Sonne, beide Oster-str., Z. L. B. von 2 M an, F. a/a-f , M. 2 *11. Dose, an der Weser,
UDweit der Kettenbrücke, Z. L.B. I ri /,~2 1 /a, F. M. 2 .M ; StadtBremen,Bäckeratr., Z. L. B. l l /g-2. F. 3 /.i-i, M. l 3 /4-2 .M ; Deutsches Haus ,Pferdemarkt.
Hameln (68m), Stadt von 13600 Einwohnern, in anmutigerLage am r. Ufer der Weser, über welche hier eine Kettenbrückeführt, unterhalb des Einflusses der kleinen Hamei, verdankt seineGründung einem Stift des h. Bonifatius. Im xi. Jahrhundert wirdHameln als Stadt erwähnt, sie war im xm. Jahrhundert Mitgliedder Hansa, nach der blutigen Schlacht bei Sedemünder 1259, inwelcher die Bürger sich des Bischofs von Minden erwehrten, unterbraunschweigischem Schutz, später hannoverisch, im xvm. Jahrh.befestigt, seit 1866 preußisch.
Das schöne Münster, in der Nähe der Weserbrücke, ursprüng-lich Stiftskirche des h. Bonifatius, im xr. Jahrhundert gegründet,wurde nach einem Brande im xiv. Jahrh. neu erbaut, 1870-75 völligerneut (Küster Münsterkirchhof 10). Auf dem Kirchhof ein Standbilddes Pfarrers Schläger, 1876 errichtet. Unter den' stattlichen, in Steinausgeführten Renaissancebauten sind hervorzuheben das Dempter-scheHaus von 1607; das Hochzeitshaus ( 1610) und das Rattenfänger-haus (1602), letztere beiden in der Osterstraße. Am Rattenfänger-liaus, auf der Seite der Bungelosenstr., berichtet eine Inschrift dieSage vom Rattenfänger von Hameln; der historische Kern dersel-ben soll nach neuester Forschung sein, daß am 26. Juni 1284 130Hamelsche Kinder, von der Tanzwut ergriffen, tanzend und sprin-gend in die Ferne gezogen, am Kalvarienberge zuletzt gesehn undnicht wieder heimgekehrt seien. Andere ansehnliche Gebäude sinddas Postgebäude in der Osterstraße, sowie die got. Marktkirche amPferdemarkt. Bedeutender Lachsfang; in dem nahen Schliekers-brunnen große Fischzuchtanstalt. In der Umgebung manche schönePunkte: am 1. Ufer der Klüt (261m), ein früher befestigter Bergmit Aussichtsturm (Restaur., auch Zimmer); am Abhänge des Ber-gesbesuchte Vergnüguugsgärten (Felsenkeller; Dreyers Garten, mitPension), im W'aldeForsthaus Finkenborn. — DampfschiffahrtnachMünden (über Carlshafen, S. 56) s. S. 68.