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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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69
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HILDE,STIMM.

21. Route. 69

Domäne Blankenau, weiterinn 1. das stattliche Schloß Wehrden (8. 55),davor Eisenbahnbrücke der Bahn Ottbergen-Northeim. Am r. Ufe.r trittdas hochgelegene Filrstenberg (Gasth. hei Nähter, auch Pens.) hervor, mitalter Porzellanfabrik; 3km entfernt Stat. Höxter -Fürstenbcrg der BalmHolzminden-Scherfede (S. 55). Das Gebirge östl. ist der einsame Sollin-ger Wald. Nun unter der Brücke der eben gen. Bahn hindurch; dann 1.der Brunsberg (S. 48). — ^2 St. (von Beverungen) Höxter , s. S. 48. Nachi(4 St. überschreitet die westfälische Eisenbahn den Fluß; gleich hinterder Brücke 1. Corvey (S.48), *(2 St. weiter r. (Stat.) Holzminden (S. 88). —Es folgt (*j* St. 1.) Stat. Polle (Gasth.: '‘‘König v. Hannover ), mit Burgruine,bald darauf die hart am Felsen gelegene TeufeUmilhle. — 40 Min. 1. (Stat.)*Bodenwerder , die Heimat des durch seine wunderbaren Erzählungen be-kannten Frhrn. v. Münchhausen; dann bald 1. Kemnade, die alte Kirchezu einem ehern. Kloster gehörig. Nach *(4 St. 1. Hehlen , mit stattlichemSchloß (xvi. Jahrh.) des Grafen Schulenburg. — 1(2 St. 1. (Stat.) Grohnde,r. Hagen - Ohsen mit altem Schloß. — 1 St. 1. (Stat.) Emmerthal , an derBahn Hannover-Altenbeken, die hier den Fluß übersetzt. Weiterhin 1.ÖÄr, mit Schloß des Hrn. v. Hake, dann r. OJ2 St.) Hameln, s. S. 64.

I 11 Münden trifft unsere Balm mit der Bahn Ilallc-Nordhausen-Cassel (R. 2.9) zusammen. Es geht im Thal der Fulda aufwärts undbei (155km) Kragenhof auf 40m hoher Brücke über dieselbe nacli166km Cassel, s. S. 123. — Nach Frankfurt a. M. s. R. 43.

21. Hildesheim .

Gasthöfe: *Hildesheimer Hof, Bemwardstr., mit Restaur., Z. I,.von 2V2 an, B. V2, E. 1, M. 2V2-8, Pens, von 6V2 M an; •H.d’Angle-terre (PI. a: C3), Hoherweg, Z. L. B. von 2 M an, F. 1, M. 2*/2, Pens, von5 M an; Wiener Hof (PI. b: C 3), Friesenstr., Z. F. von 2 M 15 an,M. H/4-2 Jl, mit Restaur., gelobt; llotopps Hot., am Bahnhof, Z. L. B.IV2-2. F. 3/4, M. l 3 /4 Baicrischcr Hof, Almsstr. 49 (PI. C2), Z. L.B. D/2-2, F. 8/4, M. l3/ 4 M.

Bestaub.: Unionhaus, in der ebem. Paulinerkirche (PI. 11: C4);Ilasse, Marktstr.; Knaups Logensaal, an der Zingel; Zum neuenSchaden (Jos. Meyer), Kreuzstr. — Weinstuben: *Domschenke, amgroßen Domhof, in der östl. Ecke; Ratskeller, unter dem Rathause;Limpricht, am Markt. — Bahnhof: PI. Ol (*Restaur.). —Nach Lehrtes. S. 2, nach Nordstemmen s. S. 60, nach Ringelheim s. S. 88.

HUdeshcim, au der Innerste, ist eiue alte, jetzt rasch anwach-sende Stadt von 33500 Eimv. (i /3 Kathol.), seit 818 Bischofssitz,im xv. u. xvi. Jahrhundert blühend und, nachdem es den Bürgerngelungen die Herrschaft der Bischöfe abzuschütteln, Mitglied derHansa (seit 1241). 1803 fiel das säkularisierte Bistum an Preußen,1813-66 war es hannoverisch. — Die Stadt bestand lange aus denselbständigen Gemeinden: Altstadt , Neustadt und 'Domfreiheit,eine Einteilung, die jetzt noch charakteristisch ist.

Ilildesheira gelangte früh zu großer künstlerischer Bedeutung, welchewesentlich auf die Anregungen des Bischofs Bonward (993-1022) zurück-zuführen ist. Außer den von ihm gegründeten Bauten werden insbeson-dere Erzarbeiten (Domtliüren, Bemwardssiiule, Leuchter, Kelch, Miniatur-malereien) seiner Kunstliehe zugeschrieben. Durch Bernwards und seinerNachfolger Godehard (+ 1038) und besonders Hezilo (1054-79), sowie desBischofs Bernhard (1130-54) Thätigkeit erwuchs Ilildesheim zu einemHauptsitze romanischer Kunst, wie es deren nur noch wenige inDeutschland giebt. Und darauf beschränkt sich das künstlerische Inter-esse, welches die altertümliche Stadt gewährt, nicht einmal. Der Holz-bau der deutschen Renaissance beherrscht die private Architektur undverleiht der Stadt ein fast einzigartiges Gepräge. In den Bauformen be-