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Michaeliskirche.
merkt man den zähen Widerstand, den die Gotik der neuen Weise ent-gegensetzte; erst um die Mitte des xvi. Jahrh. wird sie vollständig ver-drängt. In dem reichen Schmuck der Fassaden, von Holzschnitzern undMalern, hergestellt, erfreut der frische Humor und der bilderfreudige Sinn,der von einer tüchtigen, lebensfrohen Bürgerschaft Zeugnis ablegt.
Wir beginnen mit dem *Alt Städter Markt, einem schonenaltertümlichen Platz, den mehrere beachtenswerte Profanbautenumgeben. Das spätgot. Rathaus (PI. 16: C 3), mit Laubengängen,ist um 1443 erbaut; es enthält das reiche Archiv 5 in der Halle•Fresken von Prell (Bischof Bernward; Kaiser Heinrich II.; Ein-zug der Bürger nach der Schlacht bei Bleckenstedt 1493; Grün-dimgdcs Bistums; Bergung des Silberfundes, vgl.S. 73; dieDeckenach dem Muster der Michaeliskirche, s. unten). Ferner dassogen. Templerhaus (PL 22: C 3), spätgotisch (1457) mit schönemErker und zwei runden Ecktiirmchen; das ehemalige *Knochen-hauer- (d. h. Fleischer-) Amtshaus (Pl. 19), wohl der größte undschönste Fachwerkbau Deutschlands , mit trefflichem Sclmitzwerk,1529 erbaut (jetzt Leihhaus), nach einem Brande neuerdings hcr-gestellt: vgl. Einl. S. xxvi; das Wedekindsche Haus (Pl. 24),ebenfalls mit Holzschnitzwerk, von 1598; das Rolandsstift mitStaffelgiebel u. s. w. In der Mitte des Platzes ein Brunnen mitzwölf Brustbildern, darunter die der neun Helden, und oben einemkleinen Roland, 1540 aufgcstellt (vgl. S. 15). — Langer Hagenn°1836 das Kaiserhaus, mit Medaillonrelicfs und Statuen römischerKaiser, nach dem Hofe zu türkische Musikanten, Renaissancebauvon 1586.
Unweit des Marktes liegt der Andreasplatz. Auf diesem die(evang.) Andreaskirche (Pl. 2: C 3), gegenwärtig in Restauration;der c. 118m h. Turm ist bereits vollendet; der von dem Ursprung],romanischen Bau des Bischofs Godehard (S. 69) hcrrühTende Turmmit eigenartiger Vorhalle ist noch wohl erhalten. — Ebenda n°1774/7, das jetzt restaurierte Trinitatis - Hospital (Unterbau von1334), in welchem sich die Annenkapelle mit alten Bildern be-findet. Gegenüber das Kramergildenhaus von 1482 (restaur.) undein. reizvolles, auf Pfeilern stehendes Wohnhaus von 1623, daseinzige erhaltene aus dieser Epoche.
Die*Micliaeliskirche(Pl. 10: A3), ehemals Benediktinerabtei-kirche, von Bischof Bernward selbst gegründet, 1001-33 erbaut,nach mehrfachen Bränden 1186 neu geweiht, wurde 1854 gründ-lich erneuert und 1857 als evang. Pfarrkirche eingerichtet. Sio isteine der großartigsten romanischen Basilikenanlagen Deutschlands ,dreischiffig mit doppeltem Querhaus und bedeutend erhöhtemwcstl. Chor über einer 1015 geweihten Krypta. Sechs Türme über-ragten ursprünglich den Bau; der ehern. Ostchor wurde mit an-dern Teilen 1650 abgebrochen. — Der Küster wohnt Michaelis-platz 1644A.
Das Innere zeigt den altsächsischen „Stützenwechsel“, d. h. dieSchiffmauer wird abwechselnd von Pfeilern und Säulen getragen, zumersten Mal in rhythmischem Verhältnis (je 2 Säulen auf einen Pfeiler fol-