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UILDESHEIM.
Dom- od. Beverinische Bibliothek und der alte Rittersaal mit einem kleinenFlügelaltar von Fra Angelico da Fiesoie (1387-1455) und wertvollen Gobelins,ln der Mitte des tausendjährigen ^Friedhofes die got. Annenkapelle ausdem Ende des xiv. Jahrh.; in den Fenstern gutes Maßwerk. An derAußenwand der Domkrvpta breitet über 10m hoch und 10m weit der sog.tausendjährige Rogenstock (seit dem xvi. Jahrh. nachweisbar) seine Zweigeaus. — In der südlich an den Kreuzgang anstoßenden romanischen Lau-rentiuslcapelle das Grab des Bischofs Udo (+1114); in den Kreuzgängen dieGrabsteine des Bischofs Adeh’g (+ 1190) und des Geschichtschreibers deswestfäl. Friedens Adamvs Adami (+ 1665 als Hildesh. Weihbisehof); ander Churapsis der des Priesters IVruno (+ 119B). — Zu erwähnen ist nochdas Domgeläut: die „Cantabona“ wiegt 170 Centner.
Der *Domschatz, in einem Anbau aufgestellt, ist durch Vermittelungdes Küsters (S. 71) wochentags lOVa-lßVa vorm, und von 8 Uhr annachm., Sonn- u. Festtags 12-1 mittags und von 4 Uhr an nachm, zu be-sichtigen. Eintr.: 1 Pers. 1 M 50 Pf., mehr Pers. jede 1 M-, über 10 PeTS.nur 10 di- — Er enthält beachtenswerte Kunstwerke: ein Reliquiar ausdem ix. Jahrh., nach der Sage von dem Kaplan Ludwigs des Frommenherriihrend; ein silbernes Kreuz byzantinischer Arbeit, mit den Figuren Kon-stantins d. Gr. und seiner Mutter Helena; die Krümmen von Bischofsstäbendes xi. Jahrh.; das flilbervergoldete Haupt des h. Bernhard, xm. Jahrh.; densogenannten Bernwardskelch. xv. Jahrh.; das sog. Trinkhorn Karls d. Gr.;ein Oktogon, das Haupt des Königs Oswald v. Northumbrien (+ 642) um-schließend, x. Jahrh.; silberne Statuen, Leuchter, Bischofsstäbe, Elfenbein-schnitzereien. Emaillen, Handschriften mit Miniaturen (xi. Jahrh.) u.s.w.
Auf dem großen stimmungsvollen Domhof, nördl. vom Dom,erhebt sich die 4 , 7 m hohe Christussäule aus Erzguß, auf welcherin 28 Gruppen halb erhaben die Geschichte Christi von der Taufebis zum Einzug in Jerusalem dargestellt ist, nach Art der Trajans-säule zu Rom , von Bischof Bernward um 1022 in der Michaelis-kirche als Osterleuchter aufgestellt. (Die Säule soll in den Domübertragen, auf dem Dombof ein Standbild des h. Bernward aufge-stellt werden.) — An demselben Platz, an der neuen Post (PI. 17),ein spätgot. Erker von 1518, heim Umbau des Hauses wieder an-gebracht. Gegenüber das 1888 vollendete Regierungsyebäude, imRenaissancestil.
Die ^Godehardikirche (PI.3: C5), 1133-1172 erbaut, seit der1848-63 erfolgten Restauration eine der sehenswertesten romani-schen Kirchen Deutschlands , ist eine dreischiffige, flachgedeckteBasilika, mit reicher französischer Chorhildung und drei kräftigenTürmen; Skulpturen im Bogenfeld des N.W. -Portals aus der Mittedes xm. Jahrh. —Küster: Vorderer Brühl n° 1101.
Das Innere wird von 6 Pfeilern und 12 Säulen in abwechselnderStellung, der Chorumgang mit drei Nebenapsiden noch von 2 Pfeilern und6 Säulen getragen. Der romanische Kronleuchter ist modern, ebenso dieim roman. Stil ausgeführten Wandmalereien, von Weiter aus Cöln. —Die Kirche besitzt eine Pyxis (Hostienbüchse) S. Godehardi, vermutlichvom Anfang des xi. Jalirh., eine got. Monstranz des xv. Jahrh., einenschönen roman. Pontifikalkelch, Geschenk des Bischofs Bernhard, 1146-53gearbeitet (nur durch den Hrn. Dechant zugänglich).
Außer den bereits genannten besitzt die Stadt noch zahlreicheandere hübsche alte Privatgebäude, wenngleich viele in den letztenJahren verschwunden sind; solche aus dem xvi. und xvii. Jahr-hundert, vielfach mit erneuerter bunter Bemalung, finden sich