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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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90 Route 26.

HALBERSTADT.

68km Nachterstedt ; 73km Qatersleben; 76km Hedersleben.

83km Wegeleben; Zweigbahn über (12km) Quedlinburg (S. 92),(81km) Neinstedt (Gasth. z. Landhaus, z. Posthorn) nach (16km)Thale , s. S. 98.

90km Halberstadt . — Gasth. : Güldenes Roß (PI. b: 1) 3), Z.L. B. 2 M, F. 75 Pf., M. 2 Jl; Prinz Eugen (PI. a: D 3), mit Restaur.,Z. L. B. von lVz jU au, M. 2^1!; Centralli., Breiteweg; — TliüiingerHof (PI. c: II 3), Z.E.B. l'/2-2, F. >/ t , M. D/a-2 M\ Krone, Ecke Breite-weg u. Weingarten (PI. 1) 3). — Rest.: Ufermann, llomplatz; Cafe Cen-tral (Rest. u. Wiener Cafd), Fiselxmarkt 6 ; Ilreitenbach, Spiegelstr.; Rats-keller. — Pferdebahn : Vom Bahnhof über den Fischmarkt (PI. U 3) zurVoigtei (PI. B 2) und nach Westendorf.

Halberstadt , alte Stadt von 30 600 Einwohnern, an der Holz-emme, vom Anfang des ix. Jahrh. bis 1648 Bischofssitz, seitdembrandenburgisch, hat beachtenswerte Baudenkmale aus dem späte-ren Mittelalter aufzuweisen. Insbesondere hat sich hier die *Holz-architek,tur des xv. und xvi. Jahrh., mit ihren weit vorstehendenoberen Stockwerken und reichem plastischen Schmuck, in vorzüglichausgebildeter Weise erhalten. Die hauptsächlichsten dieser Bautenlinden sich am Markt (PI. G 3), welcher durch das Rathaus inzwei Teile geteilt wird: listl. den Eischmarkt, westl. den Holz-markt. Das neuerdings restaurierte got. Rathaus, aus dem Endedes xiv. Jahrh., erhielt im xvi. und xvli. Jahrh. Renaissancezu-thaten. Auf demselben ein Roland (S. 15), auf dem Gürtel dieJahreszahl 1433. Gegenüber das Hauptzollamt (PI. C 3, 4), ehern,eine bischöfl. Kommisse, 1696 errichtet. Am Holzmarkt der Rats-keller, der schönste und besterhaltene Fachwerkbau der Stadt, von1461, späthgotisch. Am Fischmarkt Tetzeis Haus von 1529 undder Sehuhhof, ein Renaissance-Fachwerkbau von 1679.

Der 1860-70 hergestellte *Dom (8t. Stephan; PI. C 3) wurdenach dem Brande von 1179 in den folgenden Jahrhunderten sehrlangsam erbaut: zuerst nach 1236 unter Einfluß der gleichzeitigenfranzösischen Baukunst und engen Beziehungen zur Magdeburger Bauhütte die Fassade und die Türme (von denen der nördl. 1884,der südl. 1891 wegen Baufälligkeit abgetragen werden mußte, dieErneuerung beider soll 1892 beginnen), mit Gliederung und Deko-ration des Übergangsstils; es folgten 1262-76 der westliche Teildes Langhauses in rein friihgot. Formen, dann im xiv. Jahrhun-dert die östlichen Teile, sowie Ouerschiff und Chor, im ganzenunter Wahrung des ursprünglichen Planes, der sich durch edleund harmonische Verhältnisse auszeichnet. Die Einweihung fand

'1492 statt.

Im Inneren (der Küster wohnt am Ostchor der Kirche) hervorzu-hohen: der im reichsten spätgot. Stil ausgeführte Lettner (Bischofsstuhl,1510), welcher das Schiff vom Chor trennt; über demselben eine Holz&ulp*tur aus dem Ende des xn. Jahrh.: Gruppe des Gekreuzigten mit Maria,Johannes; und zwei Cherubim (alles kolossal). In der Marienkapelle imChor gute Reliefs von 1517; auf dem Altar der Chorkapelle treffl. friihgot.Skulpturen. Im Kapitelsaal ein schöner Altaraufsatz aus Speckstein, eineKreuzigungsgruppe darstellend, von etwa 1500. Ferner ein Altarblatt, eben-falls Kreuzigung, Hauptwerk des Joh. Rap-hon von Einbeck , 1509; ein

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