Buch 
Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
Entstehung
Seite
95
JPEG-Download
 

Östl. Teil.

SELKETHAL.

27. Route. ‘>5

welcher jedoch Fußgänger nur bis zu dem (5 Miu.) ersten r. ab-gehenden Fahrwege folgen. Auf diesem einige Minuten weiter,dann 1. Wegweiser nach dem ('/g St.) Forsthause Kohlenschacht,wo ein steiler Fußweg, der sog. „Lumpensteig“, abgeht. Immerauf demselben Wege durch den Wald weiter erreicht man in aber-mals ’|2 St. das am Fuße des Falkensteins im Salkethal gelogene*Gasthaus zum Falken (186m).

Etwas oberhalb des Gasthauses, zwischen diesem und der Brückeüber die Selke, steigt 1. ein Fußweg bergan zu dem hoch aufeinem Felsen thronenden 'Schloß Falkenstein (320m), aus demEnde des xi. Jahrh., später mehrfach erneut, den Grafen von derAsseburg gehörig; das wohl erhaltene, z. T. wiederhergestellteInnere ist sehenswert (dem Kastellan 50 Pf., mehrere Pers. nachVerhältnis); es enthält alte Waffen u. s. w.; im Archiv manchesMerkwürdige. Schöne Aussicht vom Turm, dessen oberster Teilaus dem Ende des xvi. Jahrh. ist. — Zurück auf demselben Wege.

Ein guter aber schattenloser Fahrweg führt in dem lieblichen:: Selkethal, dessen frische Wiesengründe beiderseits von bewal-deten Bergen eingefaßt werden, aufwärts zur (1 3 4 St.) Selkemühle(Gasth. zur Burg Anhalt ), wo die oben erwähnte direkte Straße vonBallenstedt mündet. V 2 St. s. auf der Höhe die spärlichen Trümmerder Burg Anhalt . Von der Selkemühle auf demselben Fahrwegweiter in l ’/2 St. nach Mägdesprung . Empfehlenswert ist der kleineUmweg über den * Meiseberg, herzoglich auhaltisches Forsthaus (Re-staur.), mit schöner Aussicht über das Thal, wohin man in t/g St.von der Selkemühle gelangt; vom Meiseherg nach Mägdesprung (S. 96) I 1/4 St.

Die Eisenbahn (S. 94) führt über (6km) Rieder nach

8km Gernrode . — Gasth.: “Gastkof auf d cm Stubenb erge,Z. L. B. IV 2 - 2 , F. 3 /4-l, M. 2-2V2 M ; — Deutscher Kaiser, Z. vonP /2 JU an, 1.. 25, B. 60 l J f., M.2.J; Deutsches Hans; Z. L. B. l-l'/s,F. V 2 , M. 1 ’/4-l 1 /? .11 ; Hirsch; Bär, diese im Ort. — Zahlreiche Som-merwohnungen.

Qernrode (224m), Städtchen von 2600 Einw., in reizender Lageam Abhang des Stubenberges, ist neben Suderode (S. 96) eine derbeliebtesten Sommerfrischen am nordöstlichen Harzrande. Die imx. Jahrh. erbaute roman. *Stiftskirche, flachgedockte dreischiffigeBasilika mit zwei Chören (der westl. im xii. Jahrh. umgebaut), diemit ihren beiden westl. Rundtürmen den malerischen Charakter derLandschaft wesentlich erhöht, wtirde neuerdings gut restauriert;das Grabmal des Stifters, des Markgrafen Gero (•]• 966) ist 1519erneuert; an der Heiligengrabeskapelle im s. Seitenschiff guteStuckfiguren (Ende des xii. Jahrh.); auf der Südseite der Kircheein teilweise noch erhaltener roman. Kreuzgang.

Die Stadt überragt der in f /4 Stunde zu ersteigende 'Stuben-berg (281m; Gasthaus s. oben), mit einer der malerischten Aus-sichten auf dieser Seite des Harzes. Darunter, im Hagenthal,