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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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143
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nach Saalfeld .

JENA .

33. Monte. 143

Wittenberg gegossen, aber 1572 hier aufgestellt wurde. Im I. Stockdes Weimarisehen Hofes (S. 142) ist 1889 ein Schulmuseum er-öffnet worden, welches alle Zweige des Schul- und Unterrichts-wesens (Lehrmittel, Schulhygiene u. s. w.) umfaßt; tägl. geöffnet.— Auf dem Eichplatz das 1883 errichtete Burschenschaftsdenkmal,von Donndorf : ein Student in;der Tracht von 1817, mit Schwertund Fahne, in Marmor, am Postament die bronzenen Reliefporträtsder drei Stifter der Burschenschaft Miemann , Horn und Scheidler.

Das Schloß war ehern. Residenz der Herzoge von Sachsen-Jena ;Goethe wohnte öfters hier und dichtete daselbst u. a. sein Epos„Hermann und Dorothea “. Jetzt enthält es einen großen Teil derwissenschaftlichen Sammlungen der Universität, unter denen dasMünzkabinett hervorragt.

Die ehern. Befestigungen sind zu Promenaden umgewandelt.In denselben, am Fürstengraben, beim Schloß eine Büste FritzMeuters, vonE.Raul inDresden, 1888 enthüllt, weiterhin eineBüstedes Nationalökonomen und Lehrers der Landwirtschaft F. G. Schulze(•[■ 1860). In der Nähe die Universitätsbibliothek (180000 Bde.;geöffnet tägl. 12-1 u. 2-3 U.). Ebenfalls am FürstengrabenBüsten-denkmäler des Naturforschers Oken (f 1861), vonDrake, des Philo-sophen Fries (f 1843), u. a. Der botanische Garten ist tägl. geöffnet.

An der S.-Seite der Stadt, im Garten der Sternwarte, eineBüste Sohülers von Dannecker, daneben ein Granitblock mit derInschrift: „Hier schrieb Schiller den Wallenstein 1798“; Eingangdurch das Haus, welches mit einer Gedenktafel bezeichnet ist.Gegenüber das neue zoologische und physikalische Institut; in derKrautgasse der Neubau des chemischen Instituts.

An der Straße nach Weimar das gemeinschaftliche Oberlandes-gericht für die thüringischen Staaten, 1879 erbaut. Auf einer Anhöheüber der Stadt, weithin sichtbar, die großherz. Irrenheilanstalt,1879 von den Berliner Architekten Gropius & Schmieden erbaut.Nahebei die Rest, „zur schönen Aussicht“, mit prächtigem Blick indas Saalthal.

Eine steinerne Brücke führt über die Saale nach dem am r.Ufer gelegenen Kamsdorf, wo im Gasthause zur Tanne Goethe längere Zeit wohnte; in Kamsdorf auf einem Wiesenspaziergangan der Saale dichtete er den Erlkönig. — Einige Schritte weiterflußabwärts das Dorf Wenigenjena, in dessen kleiner Kirche Schil-ler 1790 getraut wurde (Schlüssel im Pfarrhaus).

Die Umgebung Jenas (s. die Karte), in welcher die eigentüm-liche Schichtung des Erdreichs auffallt (verschiedenartige Streifen vonMuschelkalk mit eingebetteten Schichten von graugelbem Mergel, hie undda weiter unten Gips und an wenigen Stellen thonreicher roter Sandstein),giebt Gelegenheit zu manchen hübschen Spaziergängen und Ausflügen. Am1. Saaleufer das Paradies , zwei Baumgänge zwischen dem Fluß und derSaalbahn (Haltestelle der Bahn); am Ende malerische Aussicht. — Gegen-über der Stadt, 3 /4-i St. östl., auf deni Haneberg steigt der altbekannte Fuchs-türm, der einzige Rest des Schlosses Kirchberg, schlank in die Lüfte; er istals Rundschau eingerichtet und im Sommer meist geöffnet (10 Pf.); in demHäuschen nebenan gute Wirtschaft. Am südl. Abhang des Berges liegt