übrigen Namen und der andere Inhalt des um 1300 entstandenen Gediehts„Krieg von Wartburg“ ist dagegen ganz sagenhaft. — Durch die Elisabelh-i /alerie , die mit : Scenen aus dem Leben der heil. Elisabeth, der Tochterdes Ungarkönigs Andreas II. u. Gemahlin des Landgrafen Ludwig IV. desHeiligen v. Thüringen, und den 7 Werken der Barmherzigkeit ebenfallsal fresco von Schwind geschmückt ist, gelangt man in die Kapelle , mitalten Wand- und Glasgemälden. — Im 3. Stock der große Fest- undWaffensaal , der bis in das Dach hineinragt, mit reichem symbolischenSclimuck; die Malerei von Weiter aus Köln .
Die Kemenate (althochdeutsch „cheminata“, von eaminata, d. i.Camera eaminata, ein mit Kaminen geheizter Wohnraum) ist zu Wohn-räumen für die großherzogliche Familie eingerichtet und unzugänglich; inden „Reformationszimmern“ daselbst 18 Bilder aus Luthers Leben vonPauweU , Thumann, Linnig u. Struys.
Die Dirnitz (vielleicht aus dem Russischen, gornitza, d. h. geheiztesGemach) enthält eine Rüstkammer , mit Rüstungen und Waffen aus demxri.-xvn. Jahrh., namentl. das xvi. Jabrh. reich vertreten.
Der Bergfried ist gewöhnlich nicht zugänglich, dagegen gewährt dereüdl. Turm eine prächtige "“Aussicht über das dunkle thüringer Wald-gebirge und in das reizende Eisenacher Thal.
In nngerm Jahrhundert ist die Wartburg durch das am 18. Okt. 1817gefeierte „Burschenfest“ bekannt geworden, zu welchem alle deutschen Hochschulen, besonders zahlreich die Jenaer , ihre Abgeordneten gesandthatten.
Ton der Wartburg ins Annathal gellt man (Wegemarkenrot) ■wie folgt: unter der Schloßbrücke hinweg auf Stufen undTreppen im Wald bergab, nach 6 Min. nicht 1. bergab, sondern r.nm denFelsen herum; nach 4 Min. zeigt 1. ein Weg nach der Eise-nacher Burg, wo eine Aussichtsbank steht, mit Wartburgblick.Der Weg nach dem Annathal und der hohen Sonne, mit dem sichder Eisenacher-Burgweg, sowie die i. und r. abgehenden Wegezur Waidmannsruh (Aussicht und Weg ins Marienthal) und derEliashöhle später wieder vereinigen, ist durch rote Marken anden Bäumen bezeichnet. Bei Wegekreuzungen überall Wegweiser.Nach kaum 8/4 St. von der Wartburg , zuletzt über den Fahrweg,erreicht man den Eingang des engen Annatlials.
Das * Annathal (Wegemarken orangefarben), auf der Landstraßedurch das Marienthal (S. 178) vom Frauenthor in Eisenach direktin 40 Min. zu erreichen, ist ein sehr enges kühles von einem Bäch-lein durchrieseltes Thal. Der engste Teil, 8 Min. vom Eingangin das Thal, durch ein großes A am Felsen bezeichnet, heißt dieVrachenschlucht , ein 250 Schritt 1., nicht ganz Im br. tiefer Hißdurch den Fels (Kotliegendes), dessen steile, stets feuchte Wändelanghaariges Moos und Farnkräuter mit einer dichten grünen Be-kleidung versehen, durch welche das Wasser, Thautropfen gleich,unausgesetzt herabsickert. Der Weg ist so schmal, daß zwei Per-sonen neben einander nicht Raum haben; der kleine silberhelleBach ist durch einen Damm üherbriiekt. — Man kann nun uin-keliren oder auch in dem hier mäßig sich erweiternden, dannnochmals zu einer Schlucht sich verengenden Thal fortwandern,zuletzt bergan zur Hohen Sonne, 35-40 Min. vom Eingang desAnnathals.
Neben dem Eingang ins Annatbal bei dem kleinen Teich, ist