202 Route 43.
WILDUNGEN.
Von Cassel
Städtchen Aliwildungen (500 E.) mit dem Schloß Friedrichstein(Aussicht), in freundlicher waldreicher Umgehung, war bereits imxvi. Jahrh. ein bekannter Badeort, wird aber in neuerer Zeit erstseit 1866 wieder als solcher besucht. In der got. Stadtkirche Grab-mal des Türkenbekämpfers Grafen Josias v. Waldeck (f 1669 aufKandia), in Marmor, sowie ein guter Flügelaltar, 1402, von Kon-rad von Soest gemalt. — Die kalk-, magnesia- und kohlensäure-reichen Quellen, die bei Krankheiten der Absonderungsorgane,bei Stein- und Griesleiden, Blasenkatarrh u. s. w. mit Erfolg ge-braucht werden (fast 3000 Kurgäste jährl., Versand c. 630000Flaschen), liegen in einiger Entfernung südwestlich. Die be-deutendste ist die Georg-Viktorquelle (+ 10 , 4 ° O.), l /t St. vonder Stadt, an der Straße nach Hundsdorf, neben welcher sich derKurgarten ausdehnt und zu deren Seiten eine Anzahl Gasthäuserund Villen sich hinziehen. An derselben Straße liegen auch das1890 eröffnete Kurhaus , mit Gesellschaftsräumen, Konzert- undSpeisesälen, sowie das alte Kurhaus, mit Wohnungen. In den Kur-anlagen das einer Aktien - Gesellschaft gehörige Badelogierhaus(S. 201). Stark benutzt wird auch der Brunnen des I)r. Rörig(„Königsquelle“) am N.O.-Ende der Stadt unter Schloß Friedrich-stein gelegen. Spaziergänge : auf den Kattsenstein , hin und zurück8/4 St.; nach Emmas Ruh , 3 / 4 St., und 20 Min. weiter auf denHomberg (519m; Aussichtsturm), Reinhardshausen , etwa 20 Min.w. von der Georg-Viktor-Quelle, 11 . a. — Wendet man sich beimAustritt aus der Stadt von der Landstraße 1. ab, so erreicht manin t /.2 St. die Helenenquelle (+ 11 , 5 ° C.), die zweitbedeutendsteder Quellen (Kaffeehaus); hübscher Spaziergang weiter nach demThalbrunnen und Stahlbrunne n, von wo man auf der Landstraße■über die Georg-Viktorquelle zur Stadt zurückkehrt, 2 St.
12km nörd). von Wildlingen liegt das alte Scliloß Waldeck (Restaur.),das einen hübschen Blick auf das Tlial der Eder gewährt. — 2 St. südl.der Attenberg (c. 627m), mit schöner Rundsiclit.
Von Wildungen lmal tägl. Post (32km) nach Frankenberg (S. 204).
43km Borken ; 49km Zimmersrode. — 61km Treysa, Knoten-punkt für die Bahn von Niederhone (S. 191). — 71km Neustadt,mit alten Türmen und hübscher gotischer Kapelle. — 89kmKirchhain : 1. eine bewaldete Basaltkuppe, auf der das Städtchen' Amöneburg sich um ein von Bonifatius gegründetes Kloster an-siedelte. Dann über die Lahn. — 99km Cölbe , s. S. 204.
104km Marburg . — Gasth.: 'Hot. Pfeiffer, Z. L. B. 2i/s-3, M.'IM, F. 80 Pf. ; »Kaiserhof, Z. L. B. l»/i-3, F. ä/ 4 , U.2-l>/s.4f; Ritter ,Z. L. B. 2-4, F. 1, M. 2 M ; Hess. Hof. — Bahnrestaurant.
Marburg, Stadt von 14 600 Einwohnern, an der Lahn , halbkreis-förmig um den steilen Schloßberg gebaut, unten die Elisabeth-kirche , in reizender Lage. Die Universität (c. 1000 Studenten)wurde 1627 von Philipp dem Großmütigen von Hessen gestiftet,die erste ohne päpstliche Privilegien. Mannigfache Industrie.