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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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210 Route dd.

FRANKFURT A. M. Städelsches Institut ,

Die alte Mainbrücke (PI. F 4) ist 1342 erbaut.

Anmutige Anlagen, mit kleineren Denkmälern geschmückt,umgeben au Stelle der früheren Befestigungen die innere Stadt.Nahe dem Bockenheimer Thor steht das prachtvolle Opernhaus(Pi. C 2, 3), nach Plänen des Berliner Architekten Lucae (f 1877)erbaut und 1880 eröffnet. Auf dem ehern. Peterskirchhof (PI.E 2), wo nahe dem Eingang „Frau Rat ", Goethes Mutter, ruht, einKriegerdenkmal für 1870/71, von Eckhard.— Vor dem FriedbergerThor das Hessendenkmal (PI. F 2) von 1792. Gegenüber in Beth-manns Museum (P1.F2; 10-1 Uhr, im Sommer auch 3-5 Uhr, Trkg.50-75 Pf., So. frei) Danneckers berühmte Ariadne.

Am Untermalnkai 15 das C. von Rothschildsche Museum miteiner prachtvollen Sammlung von Werken der Goldschmiedekunst,einer öffentl. Bibliothek und einer Porzellansammlung. Die Kost-barkeiten sind Juni-Sept. Mo. Do. 2-5, Okt.-Mai Mo. 11-2 U. zu-gänglich gegen Karten, die man in der Rothschildschen Bibliothek,Bethmannstraße 1 vor 10 U. vm. unentgeltlich erhält (Vorausbestel-lung durch C. Jügels Buchhandlung, Roßmarkt 1, ratsam); diePorzellane So. Mi. Do. Sa. 10-1 U.; die Bibliothek So. 9-1, Mo. Di.Do. Fr. 11-1, 4-8, Sa. 4-8 U.

Das *Städelsche Kunstinstitut (PI. D 5), von Joh. Fr. Stadel(f 1816) gegründet, enthält eine Kunstschule (200 Schüler) undSammlungen von Gemälden, Kupferstichen und Handzeichnunyenberühmter Meister, sowie treffliche Oipsabyüsse. Sie sind seit 1878in dem prachtvollen Gebäude am Schaumainkai zu Sachsenhausen aufgestellt, welches von O. Sommer aus grauem Sandstein im Stilder italien . Hochrenaissance aufgefiihft ist. — Frei zugängl. So.11-1, Mi. 11-4, sonst 10-1 Uhr. Katalog 1 Jt.

Im Erdgeschoss 1. von der Vorlialle die Bibliothek mit den Iland-zeichnungen und einer Sammlung von 6000U Kupferstichen (Mo. Di. Do.Fr. il-1, Di. Fr. auch 4-6 U.); r. die Gipsabgüsse. Hier außerdem ein"Herkulesschild in Bronze, von Schwanthaler nach Hesiods Schilderungentworfen; Terrakottaaltar von Giorgio Andreoli aus Gubbio (1511, dieBemalung z. T. erneuert); Terrakottareliefs von Luca und Andrea dellaRobbia und ihrer Schule; *Madonnenstatue aus Sandstein von T. Riemen -Schneider und einige antike Vasen.

Der Oberstock enthält die *Gemäldegalerie, die bedeutendste nicht-staatliche Sammlung Deutschlands . — Unter den ital. Bildern nehmen dievier Kirchenväter von Moretto den ersten Rang ein. Das Bildnis des Kar-dinals Borgia von Velazquez fesselt durch die Behandlung des Kolorits. DieNiederländer des xvi. Jahrh. sind gut und reich vertreten. Besondere Auf-merksamkeit verdienen die Madonna von Jan van Eyck , das Porträt vonMemling . Unter den altdeutschen Bildern erscheint das Holbeinsche Bild-nis des Simon George aus Cornwallis (junger Mann im Profil, mit Nelke),besonders wertvoll. Außer den gangbaren Proben holländischer Genre-u.Landschaftsmalerei des xvn. Jahrh. besitzt das Museum auch mehrere Werkevon weit größerer als der gewöhnlichen Durchschnittsbedeutung, so dieBildnisse von Frans Hals aus Haarlem. — Für die Kenntnis der deutschen Kunst in den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts, des von Overbeck u. a.in Rom geleiteten sog. „Nazarenertums“, und für die ältere DüsseldorferSchule (1^3048) bietet das Städelsche Museum die wichtigsten Beiträge:Schtcind, Sängerkrieg auf der Wartburg; Lessing , Joh. Iluß vor dem Konzilzu Konstanz ; Lessing, Landschaften; Bilder von Veit , Overbeck y Schadoio, Koch }