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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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234 Route 48.

COBLENZ.

von den Bahnhöfen 1-2 Pers. 75 Pf., 3-4 Pers. 1^25 Pf., Zweisp. \Jl,i Jt 50, Koffer 10 Pf.; nach Capellen (Stolzenfels ) oder Eiederlahnstein8 Jl , hin und zurück mit 2stünd. Aufenthalt 5 Jt\ nach Pfaffendorf oderder Laubbach 1 Jl 50, hin u. zurück mit 2stünd. Aufenthalt 3.50*/i; auf dieFestung Ehrenbreitstein oder auf die Pfaffendorfer Höhe (Asterstein) 4 Jl, hinund zurück mit 2stünd. Aufenthalt 5 Jl. Zweispänner kosten ein Drittelhis die Hälfte mehr. Brückengeld besonders. Von 10 Uhr ab. bis 6 Uhrmorg. das Doppelte.

Pfekdebahn: 1. Von der Rheinhriicke nach dom Moselbahnhof und demSchützenhaus { 2. vom Parade(Göben-)platz über die Mainzer Chausseenach dem Schiitzenhaus.

Bei beschränkter Zeit: vom Moselbahnhof direkt naeh den Rhein-anlagen (vergl. die Karte S. 233), Spaziergang in denselben, dann nachder Stadt zu bis Schenkendorfs Denkmal und durch das Glacis zum Main-zerthor (l l /4 St. bequem); innerhalb der Stadt t. über die Brücke der rhein .Bahn nach dem rechten Rheinufer (}/s St.), Besteigung des Astersteins (S. 235J;hinauf und hinunter l 1 /* St.) oder des Ehrenbreitsteins (S. 235; 2 St.), undüber die Schiffbrücke zurück, im ganzen 3-3*/2 St. Außerdem Kastor -kirche , Göbendenkmal, Moselbrücke.

Coblenz, alte Stadt und Festung am Einfluß der Mosel in denRhein, mit 38400 Einw. einschließl. Ehrenbreitstein und 5000Mann Besatzung, ist als Sitz der obersten Civil- und Militärbehör-den (VIII. Armeecorps) Hauptstadt der preuß. Rheinprovinz . EineSchiffbrücke führt über den Rhein nach Thalehrenbreitstein, am Fußder gleichnamigen Festung. Pie Schleifung der Stadtumwallungist seit 1890 im Werk.

Am untern Ende der Stadt, unweit der Mündung der Mosel , aberinnerhalb der Stadtmauer, die roman. Kastorkirche mit vier Türmenund hübschem Chor, im ix. Jahrh. gegründet, der jetzige Bau ausdem xn. Jahrh. Im Chor zwei sehenswerte gotische Grabdenk-mäler Trierer Erzbischöfe und ein Freskobild der Cölner Schule,(um 1500). Westl. vor deT Kirche der Kastorbrunnen (PI. Br .),mit der Inschrift:An 1812. Memorable par la Campagne contre lesRusses. Sous le pröfecturat de Jules Doazan. Der russische Gene-ral St. Priest, der am 1. Januar 1814 in Coblenz einrückte, setztedarunter:Vu et approuve par nous Commandant Russe de la villede Coblence. Le 1. jan. 1814.

W. die Florinskirche (PI. 14) aus dem Anfang des xn. Jahrh.,und nahebei das Schöffenhaus, 1530 erbaut, mit der kleinen städt.Gemäldegalerie. Die 1344 von Erzbischof Balduin von Trier erbaute,1440 erneute, 1884 verbreiterte Moselbrücke, welche unterhalb derS. 247 genannten Eisenbahnbrücke auf 14 Bogen den Fluß über-schreitet, verdient der Aussicht wegen besucht zu werden. Südöstl.neben der Brücke die alte ehemals kurtriersche Burg, jetzt Fabrik. Unweit die Liebfrauen- oder Oberpfarrkirche (PI. 17), welche dieHohe des altrömischen Kastrum bezeichnet.

Vom Rhein führt die belebte Rheinstraße nach dem Parade-oder Göbenplatz, in dessen Mitte ein von F. Schaper entworfenesDenkmal des Generals von Gäben (1816-80), des berühmten preu-ßischen Heerführers von 1864, 1866, 1870/71, steht.In südl.Richtung weiter, an der Post (PI. 22) und am Klemensplatz, mit