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VTI. THEATER.
Die Tageskasse (burecm de location) pflegt von 10 oder 11 bis6 Uhr geöffnet zu sein. Es ist ratsam, in Damenbegleitung fastunumgänglich, sich dort sein Billett selbst zu lösen, was schon eiuigeTage vorher geschehen kann. Man sucht sich an einem Modell desZuschauerraums den passenden Platz aus und erkundige sich für dieoben genannten Theater auch wegen des Anzugs. Logen werdenim Vorverkauf nur im ganzen abgegeben (in der Großen Oper ander Abendkasse überhaupt nicht). Der übliche Aufschlag en lo-cation beläuft sich auf 50 c.-2 fr. Jedes Billett wird einzeln ge-schrieben. — Viel teurer sind die Agences des Theätres an denBoulevards, im Grand-IIötel, an der Avenue de POpera u. s. w.Vor jedem andern Ankauf von Billetten ist zu warnen.
Die Preise sind starken Schwankungen unterworfen. Bei Pre-mieren neuer Stücke von bekannten Autoren, für die Pariser "Weltein Ereignis, erreichen sie schwindelnde Höhen.
Die an der Abendkasse gekauften Billette geben meist kein Rechtauf bestimmte Sitze in dem Rang, auf den sie lauten. Die Logen-schließerin (ouvreuse) weist dem Besucher einen Platz an und soll ihmauch, falls er damit nicht zufrieden ist, das Verzeichnis der im Vorver-kauf ah gegebenen Plätze („la feuille de location“) zeigen, damit er nötigen-falls selbst wähle.
Für die Aufbewahrung der Garderobe im „ Vestiaire “ giebt ein ein-zelner Herr 25 e., mit Dame 50 e.; den Hut nimmt man stets mit undsetzt ihn nur während des Spieles ah. Damen erhalten eine Fußbank(petit banc), wofür mau dem Trinkgeld im Vestiaire 10-25 c. binzufiigt. —In einzelnen Theatern sind vor den Sitzen Kästchen angebracht, aus denenman naeh Eiuwurf eines 50 c.-Stücks ein Opernglas entnehmen kann.
Widerwärtigen Unfug treibt die Schar der bezahlten Claqueurs, dieihren Sitz in den staatlichen Theatern im Parterre, in den anderen meistauf einem der oberen Ränge zwischen dem übrigen Publikum zu habenpflegen, und auf das Zeichen ihres Meisters (Chef dela Claque), der demaufmerksamen Beobachter als solcher bald bemerkbar wird, Beifall klat-schen. Es ist nicht ratsam, ihnen Stille zu gebieten, und auch unnütz,da sie für ihre Bezahlung (in der Oper sollen z. B. dafür 21000 fr. jähr-lich ausgeworfen sein) doch etwas leisten wollen. Es giebt sogar „ Entre-preneurs de succes dramatiijues u , die den Theatern ein für allemal einebestimmte Anzahl Klatscher stellen.
Pie Große Oper {Opera; S. 07; PI. BR 18, II) leistet inOper, Ballet und Ausstattung Vorzügliches. Vorstellungen Mon-tags, Mittwochs und Freitags, im AVinter auch Samstags. Auf denbessern Plätzen erscheint inan im Gesellsehaftsanzug (vgl. S. 31). —Die Anfänge der Oper reichen in Frankreich bis ins xvi. Jahr-hundert zurück. 1(31)9 erhielt Pierre 1‘errin das Privileg, Opern mitfranzösischem Texte aufzuführen, trat es aber 1072 an Giov. Batt.Lully ab, dessen Opern ein Jahrhundert hindurch in Frankreich den ersten Rang behaupteten. 1083-1787 wurde, mit einer Unter-brechung infolge des S. 75 erwähnten Brandes, im Palais-Royal ge-spielt, dann in der Porte Sl-Martin, an der Stelle des jetzigen SquareLouvois (S. 170) und 1821-74 in der Rue Le Peletier.
Preise der Plätze: Avant-seenes und l 1 «* Luges de faee 17 fr.; Fau-teuils d’amphitlieätre, Baignoires und l 16 " Loges de cöte 15 fr.; Fauteuils