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Paris nebst einigen Routen durch das nördliche Frankreich : Handbuch für Reisende / K. Baedeker
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STE-CHAPELLE.

keit von Perraud, 1. zur Cour d’as&ixes , mit Plafond von Lefebvre undChristusbild von Bonnait, r. zu der Chambre des appels de la police cor-rectionndle.

Die Galerie de la Ste-Cliapelle, parallel der Gal. des Prison-niers führt vom Vestibüle de Harlay nach den neuen Teilen des Palastes.Ungefähr in der Mitte r. die l ro Chambre de la Cour ä’appel, reich de-koriert, mit Deckengemälde von Bonnat und dem sog. Christ du Parlement,einer um 1454 für aas Parlament gemalten Kreuzigung von einem nieder-ländischen Künstler (Hugo van der Goes ?), der, wie die Stadtansieht imHintergründe beweist, sich damals in Paris aufhielt.

Der Thorweg um Boulevard du Palais zunächst südl. vom Haupt-eingang, wie auch der Durchgang unter dem südl. Seitenbau derCour du Mai (S. 223), führt in die Cour de la Sainte-Chapelledie 1. vom Zuchtpolizeigericht (Police correctionnelle), r. von derSainte-Chapelle begrenzt wird. Der Eingang zu dieser ist auf derWestseite.

Die *' x Sainte-Chapelle (außer Mo. und hohen Festtagen täg-lich von 11 bis 4 oder 5 Uhr frei zugänglich, helles Wetter wün-schenswert) ist die alte Schloßkapelle, unter Ludwig dem Heiligen1245-48 von Pierre de Montereau für die Reliquien erbaut, dieder König aus dem Kreuzzuge heimgebracht hatte (jetzt in Notre-Dame ). Sie wurde seit 1837 restauriert und blieb 1871 bei dem durchdie Kommunarden angelegten Brande des Justizpalastes unversehrt.Sie ist trotz ihrer Kleinheit (35m hoch und lang, lim breit) eineder köstlichsten Schöpfungen der Gotik, ein wahres Schmuckkästlein.Es ist eine Doppelkapelle (zwei Kapellen über einander). — DieUnterkirche (Chape.lle hasse), die man zunächst betritt, ist drei-schiffig und war für die Dienerschaft bestimmt. Im Fußboden vieleGrabsteine von Domherren der Ste-Chapelle. Eine Wendeltreppevorn führt in die Oberkirciie, die für den Hof reserviert war. Sie isteinschiffig, von schlanken edlen Verhältnissen, 20m hoch. Die Wand-flächen sind fast ganz in weite Fenster (15m h., 4m br.) aufgelöst,deren farbentiefe, von edlem Maßwerk eingerahmte Glasgemälde diesonst übermäßige Helle des Raumes glücklich dämpfen. Sie stammennoch zum Teil aus der Zeit des Ludwig d. H., wurden aber später restau-riert. Die Gegenstände sind der biblischen Geschichte und der Le-gende entnommen. Eine prachtvolle Polychromie, die den Gedankenau die berechnete Konstruktion des Bauwerks gar nicht aufkommenläßt, bedeckt alle Pfeiler und Flächen. Besondere Beachtung ver-dienen noch die Apostelstatuen an den Pfeilern und ein schönerholzgeschnitzter Baldachin gotischen Stils, in dem oben die heil.Reliquien aufbewahrt wurden, mit zwei kleinen Wendeltreppen auden Seiten. — Beim Austritt aus dem Portal der Oberkirche öffnetder Wärter auf Wunsch r. einen Durchgang nach der Galerie Mar-chande (S. 223).

Die Kordseite des Justizpalastes, nach dem Q,uai de l’Horloge (8. 223),nimmt die Conciergerie (PL R20; V) ein, deren Bäume als Unter-suchungsgefängnis dienen. In der Revolutionszeit saßen hier die po-litischen Gefangene«, bevor sie zur Guillotine geführt wurden, ihre