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Paris nebst einigen Routen durch das nördliche Frankreich : Handbuch für Reisende / K. Baedeker
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226
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226 cm, iS.

NOTRE-DAMF.

Dieu erhalten. Hinten r. ein Reiterbild Karls des Großen, mitseinen Paladinen Roland und Olivier, Bronzegruppe von Röchet.

*3Notre-Dame (PI. 1122; F), die Kathedrale des Erzbischofsvon Paris , wurde an Stelle einer Kirche des iv. Jahrhunderts imJ. 1163 gegründet und schon 1182 geweiht, aber erst im xm. Jahr-hundert vollendet. Sie entspricht nicht ganz den Erwartungen, dieder weit verbreitete Ruf der Kirche erweckt. Die Lage an der tief-sten Stelle der gewaltig angewachsenen Stadt, die nicht unbeträcht-liche Erhöhung des umliegenden Bodens seit dem Mittelalter, dieunvollendeten Türme gehen dem ehrwürdigen Gebäude etwas ge-drücktes. Während der Revolution wurde die Kirche sehr beschädigt,1793-94 diente sie als „Tempel der Vernunft“; Napoleon 1 . gab sie1802 dem Gottesdienst zurück. 1845 begannen die umfassenden, vonViollet-le-Duc geleiteten Uestaurationsarbeiten. Der Kommuue-Aufstand 1871 brachte ihr eine Plünderung und eine Brandstiftung,die indes ohne ernstliche Folgen blieb.

Am schönsten ist die aus dem Anfang des xnr. Jahrhundertsstammende ^Fassade, die älteste ihrer Art uud das Muster fürzahlreiche Fassadenbauten des nordöstlichen Frankreichs . Schlichtemporsteigende Streben teilen sie dreifach. Unten öffnen sich dreigroße Portale, deren Skulpturen, soweit nicht während der Revolu-tionszeit zerstört, bemerkenswerte Leistungen der frühgotisehen Zeitsind. Das Mittelportal zeigt eine Darstellung des jüngsten Gerichts:am Mittelpfeiler die edle Gestalt Christi, von G. Dechaume erneut.Das südliche Portal ist der h. Anna, das nördliche, durch das manmeist eintritt, der h. Jungfrau gewidmet und mit bezüglichem Bild-werk geschmückt; am südlichen Portal ist namentlich das *Reliefdes Begräbnisses der Maria hervorzuheben. Auch die Eisenarbeitender Tliüren verdienen Beachtung. Den Übergang zum zweiten Stock-werk der Fassade bildet eine Nischengalerie mit 28 Statuen derKönige von Juda, neuerdings hergestellt. Über der Galerie in derMitte eine Statue der h. Jungfrau mit zwei leuchtertragenden Engeln,r. und l. Adam und Eva. Die Mitte des zweiten Stockwerks nimmteine große Fensterrose von 13m Durchmesser ein, mit schlichter Maß-vverkfülluug. An den Seiten doppelte Spitzbogenfenster. Eine zweiteNischengalerie von etwa 8m Höhe, mit schlanken Säulen, die doppelteSpitzbogen mit durchbrochenen Kleeblattkreuzen tragen, bildet dasdritte Stockwerk. Die darüber hinlaufende Balustrade krönen Tier-gestalten. Den Abschluß der Fassade bilden zwei massive viereckigeTürme, jeder von einem über 16m hohen spitzbogigen Doppelfensterdurchbrochen. — Auch die Portale der beiden Querschiffarme ver-dienen Beachtung. Der Dachreiter Über der Vierung (45m hoch,Holz mit Bleiverkleiduug) wurde 1859 neugebaut. Bewundernswertist die Leichtigkeit uud Eleganz des Chors, mit seinen zierlichenGiebelfenstern und kühnen Strebebogen (S. 228).