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Paris nebst einigen Routen durch das nördliche Frankreich : Handbuch für Reisende / K. Baedeker
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HOT. DE CLUNY.

Quartier

hat eine Säulenvorhalle korinthischer Ordnung und enthält, dasgroße Amphitheater für 1400 Zuhörer und die Bibliothek (90 000Rande), für Fachleute anßer So. und Festtags und den Sept.-Okt.-Ferien täglich 11-6 und jyj-lO'/g TJhr geöffnet. Ebenso im erstenStock das Museum für vergleichende Anatomie, nach seinem Griin-der (+ 1853) auch Musee Orfila genannt. — Zur Fakultät gehörenferner die Eeole prntique. auf der andern Seite der Rue de l’Ecole-de-Medecine, ein großer Neubau mit den Laboratorien, sowie 1.im Refektorium eines ehern. Franziskanerklosters, das Mitsge Du-puytren } eine Sammlung pathologisch-anatomischer Präparate, unddas anthropologische Musee Briten. Auf dem dreieckigen Squarean der W. - Seite der Ecole de Medecine eine fitatue P. Brncas(1824-80), des Anthropologen, Bronze von P. Choppin, und eineStatue Danton’g (1759-94) als Organisators der nationalen Vertei-digung, von A. Paris.

Die Kreuzung der Boulevards St-Michel und St-Germain isteiner der belebtesten Punkte von Paris . Links blickt man in denVorgarten der altrömischen Thermen (S. 238) und des Hotel deClunv (s. unten). Der Boulevard St-Michel führt weiterhin an derPlace de la Sorbonne (S. 240) und am östlichen Eingang des Lnxora-bnrg-G-artens (S. 273) vorüber und endet am Carrcfour de l’Ohser-vatoire (S. 275).

Das *Hötel de Cluny (PI. R 19; V) nimmt die Stelle des an-geblich von dem römischen Kaiser Oonstantius Ohlorus (292-306 inGallien ) erbauten Palastes ein, von dem die noch vorhandenen Bäder( Therme«; S. 238) einen Teil bildeten. Sicher ist, daß .Tulian hierim .T. 300 von seinen Soldaten zum Kaiser ausgerufen wurde; auchdie ersten fränkischen Könige haben hier residiert, bis sie ihrenSitz nach der Cite verlegten (S. 221). Um 1331 erwarben die Äbteder reichen Benediktiner-Abtei Cluny (bei Mäcon, in Burgund ) dieRuinen, um sich für ihren gelegentlichen Aufenthalt in der Haupt-stadt einen Wohnsitz zu gründen. Das jetzige Hfttel de Cluny , einhöchst zierliches Gebäude spätgotischen Stils mit bereits eindringen-den Renaissanceformen, wurde zu Ende des xv. Jahrhunderts vondem Abt Jacques d’Amboise aufgeführt und ist fast ganz in der altenGestalt erhalten. Zur Zeit der Revolution wurde es „Nationaleigen-tum“ und gelangte 1833 in den Besitz des begeisterten Altertums-l'reundes Alex, da Sommerard, der seine reiche Sammlung vonmittelalterlichen und Renaissance - Gegenständen hierher übertrug.Nach dessen Tode (1842) erwarb der Staat das Hötel nebst derSammlung und vereinigte es mit der von der Stadt Paris dargebote-nen Thermenruine zu einem Ganzen.

Das *Musee de Cluny, durch Kauf und Schenkungen fort-während vermehrt, ist eine außerordentlich reichhaltige Sammlungalter künstlerischer nnd kunstgewerblicher Erzeugnisse der ver-