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Wer einmal sieh etwas in das Vorkommen der Moose hin-eingelebt hat, der wird immer mehr nach Lokalitäten, in Bezugauf Feuchtigkeit und Licht, sich Umsehen, als dass er die reinchemische Natur des Moosbodens zur Richtschnur nehmen dürfte.Ich könnte mehrere Beispiele aufzählen, welche beweisen, dassder physiognomische Eindruck einer Lokalität weit wirksamerwar, als das Wissen um die elementare Zusammensetzung z. B.eines Felsen, auf dem eine lange vergeblich gesuchte Art einnur beschränktes und lokales Vorkommen zeigt. Man könntesich ein Schema für all die verschiedenen Lokalitäten entwerfen,um in dem einen oder andern gegebenen Falle einen betreffendenSchluss auf specielles Vorkommen ziehen zu können. Zunächstlassen sich die Lokalitäten in die des Gebirges und in die derEbenen unterscheiden. Man hat es entweder mit einer Wald-oder mit einer Feldgegend zu thun. Im Wald sind es vorzugs-weise die Wasser, welche durch die Thäler niederfliessen, Felsenüberrieseln, verschieden feuchte bis sumpfige Stellen erzeu-gen, oder ausgedehntere Torfgriinde durchziehen und dadurchMoosboden abgeben. Die Wasser haben in der gebirgigen Wald-gegend bald Schlamm in die Niederungen geführt, bald das Erd-reich frisch verwundet und beiderlei Stellen können nicht oftgenug besucht werden. In den Waldgegenden sind da und dortWeiher, welche zeitweise mehr oder weniger austrocknen undalsdann ergiebige Moosernten liefern. Teiche und Sümpfe werdentrocken gelegt und sind in den ersten Jahren reich oft an dendenkwürdigsten Vorkommnissen.
In den gebirgigen Waldgegenden lohnt es sich mehr als inden dem Feldbau dienenden Niederungen zu jeder Jahreszeit aufBeobachtungen auszugehen. Nicht bloss an dem Saum der Wäldermüssen wir die Grenzgräben, Grenzsteine näher untersuchen; wirlinden in dem Dunkel der ausgedehnteren Waldungen oft erst,was wir haben möchten. Da hat die Festigkeit des Bodens ihreRigenthümlichkeiten, der Fuss der Bäume, die Baumwurzeln, dieBaumrinde bis hinauf auf die Aeste sind zu durchsuchen, nament-lich liefern faule Stöcke und sogenanntes unterdrücktes Holz einereiche Ausbeute. In den gebirgigen Waldgegenden sind es fernerdie verschiedenen Felsen, denen wir sowohl da, wo sie feucht"nd schattig stehen, als dort, wo sie der Luft und der Sonne