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Noten: 234 — 244.
Linie von Ramur zur Nordgrenze des Elsasses, dann den WaSgau als Grenze zwischen Karl und Ludwig feststellen. Darin, daß man auchBurgund für .so gut als erobert' ansah, ist ihm natürlich beizupflichten.
2 SU) Wenck: p. 363: n. 1 und p. 433 ff. (mit ihm Scholle: p. 49: u. 80 und Diimmler: p. 173: n. 61) führt überzeugend auj,
Laß akkiuitas nicht .den innerlichen Zusammenhang und die Verwandtschaft der Bevölkerung' bedeutet, wie Gfrörer: p. 65 behauptet
(s. auch Epcnrs X). Waitz stimmt weder Gfrörer, noch Wenck eigentlich bei, sondern schlägt einen mittlern WeH ein. Er sagt: IV. p. 587:
u.: „Es beißt nur allgemein, daß auf Verwandtschaft der Gebiete, und das heißt offenbar auch der Bevölkerungen, Rücksicht genommen wurde." —
III
Zwer Umstände sprechen auch noch für Wenck, die er bei Seite ließ. Erstens wurde auch hier in Aachen schon, wie ein Jahr nachher iuVerdun, das deutsch redende Flandern zu Karls Theile geschlagen. Zweitens geht aus einer Stelle Nithards selbst deutlich hervor, was er unteraffiuilas verstand. In IV: «. 2 redet er von Ludwigs Angst, es möchten die Normannen und Slaven propter aüiuitatsiu den Sachsen,
d. h. der Stelling», zu Hülfe eilen. Hier von .Blutsverwandtschaft' zu reden, ist unmöglich (L. Giesebrecht : wendische Geschichten: I. p. 118sieht zwar Hiebei auf .den dienstbaren Theil der Bevölkerung des Wendenlandes" hin; allein eine solche Erhebung des von den Slaven unterjochten germanischen Elementes in der Bevölkerung zwischen Elbe und Oder, worüber s. p. 37 daselbst, hätte ;a Ludwig nur erwünschtfein können, da sie die Wenden im eigenen Lande beschäftigt hätte). Angenommen auch, Nithard habe, was jedoch sicherlich nicht der Fallwar, die gemeinsame ursprüngliche Wurzel des nörmännischen und sächsischen Volkes, die Verwandtschaft der Scandinavier undDeutschen, gekannt: an eine Verwandtschaft der Sachsen mit den so verabscheuten Slaven konnte er nicht von ferne denken (vgl. Dümmler:p. 212: n. 18).
2 g«) Gfrörer übersetzt hier (p. 39): .sofern sich diese in Aachen einfanden', viel richtiger, als Schwartz: p. 75, der .sämmtliche Va-sallen' huldigen läßt. — Prudentius lagt: stominss ipsarum psrtium huldigten den Brüdern. Es waren also zumeist, was Ludwigs Gebietangeht, Ripuarier. Auf diese Gegenden zumeist als die Heimat der hier iu Frage stehenden Leute weist auch die Nachricht NithardS iu IV:
e. 4 hin, wonach Lothar im Spätfommer und Herbste dieses Jahres, als er in der ^.ränsuua jagte, an den »muss primorss suas porüonüpopuli gui a ss, ckuiu a reZuo stastiret, peesssitats oouoti äeseivsraut, seine Rache ausließ (s. oben p. 67). Zugleich lehren diese Wert:eines Gegners Lothars, daß weit die größte Zahl dieser Rheinfranken nur gezwungen Lothars Sache verlassen hatte. Die Mosellande durch-zog Ludwig dann nachher, als er sich von Cöln über Thionville (IV. o. 2: per Isotouis viliaiu) nach Verdun begab.
227)^ Prudentius schließt das wohl nur aus der Handlungsweise der Könige. Nithard wenigstens weiß nichts von einer Berathungderselben über die Zulässigkeit oder die Unvoriheilhaftigkeit einer Verfolgung. Einen einzelnen Mann zu verfolgen, schien den Brüdern wahr-scheinlich gant unnöthig.
2 M) Msg, von wo Karl nach Nithard :
Heristall maasabwärte.
2 »u) Nach IV: o. 1 sand die Berathung über die Neuordnung der Dinge im Reiche Lothars am Tage nach der Ankunft in Aachmstatt (sogneuti äis>. Da nach der Theilung laut dem eisten Satze von v. 2 auch noch Huldigungen in Aachen stattfanden, der ganze Auf-enthalt daselbst aber nur etwa drei, höchstens vier Tage dauerte, so muß das Theilungsgeschäft rasch abgewickelt worden sein. Auch dasstimmt zu dieser kurzen Frist, Laß nach Nithard keine umständliche imstrsviatio (e. 5), keine statistischen Angaben behufs der Festsetzung derneuen Grenzen erforderlich waren, sondern einfach die jedem Bruder bequem liegenden Gebiete angeschlossen wurden (vongrusutia).
"v) Daraus, daß der im übrigen hier.so einläßliche Nitbard nichts davon sagt, daß Ludwig und Karl schon bei ihrer Trennung ei«Zusammentreffen nach Verdun abgeredet hatten (vgl. hingegen: II. o. 4 die Festsetzung des Tages von Attigny zwischen Lothar und Karl,111: v. 2 die des Gespräches zu Langres zwischen Ludwig und Karl, IV : <r. 4 eine Verabredung zwischen Ludwig und Karl auf den Herbst842 nach Worms), glaube ich schließen zu können, daß beide Brüder bei ihrer Abreise aus Aachen sich ihrer Sache noch ganz gewiß glaubte»und Lothars Wiedererstarkung keineswegs voraussahen, daß erst später, als von neuem gemeinsame Schritte als nothwendig erachtet wurden,eine neue Zusammenkunft in Aussicht genommen wurde.
24') Die kurze, höhnische Antwort, welche die Könige noch in Verdun Lothar hatten zu Theil werden lasten: irritierst guos voller:I-roils <zusmiistst svirs posss, gurr illis äevöuirot esse, welcher bald nachher die großartige und unbestraft gebliebene Vollmachtsüberschm-tung ihrer Gesandten folgte, erinnert an die übermüthige Abweisung Lothars unmittelbar vor seiner großen Niederlage hei Fontanetuin (II.v. 10: visurvs se, g»iä nZere riesterst).
242) Scholle: p. 50: u. 84 führt sicherlich gegen Pertz (ssript.: II. p. 669: u. 61) und Schwartz: p. 77 mit vollem Rechte aus, da?hier nur ChalonS an der Marne gemeint sein kann (so auch Dümmler: p. 174: n. 64; f. meine u. 115), sowie daß Nithard einen Irrst»»sich zu Schulden kommen läßt, indem er Troyes vor ChalonS setzte. Allein wenn Scholle (I. o.) die Worte Nithards in der pruokckovon Buch I. (uutsgnaiu Oncistollouiouiu iutroissvmns oivitntsm) auf diesen Aufenthalt in ChalonS bezieht, so irrt auch er (Epcurs I).
24S) Die n. 62 zu seript.: II. p. 669 sieht in Llilivinouin drn Ort Musst) l'Evsquc an der obern Seine, am Südrande des Depar-tements der Aube, etwa 7 Meilen südöstlich von Troyes . Scholle: p. 5l folgt dieser Annahme. Schwartz hingegen (p. 77: n. 3) und mtibm Dümmler (p. 174: u. 65) schlagen^dafür Olimioiuvuin, L. h. Clamecy an der obern Aonne (am Nordrande des Departements beiNisvre, nur 3'/s Meilen südöstlich von Fontenop en Pustaye) vor. — Allerdings liegt Clamecy etwas weit rechts ab vom nächsten Wegevon Troyes (über Dijon, ChalonS, Macon ) nach Lyon, Muffy hingegen gerade auf dieser Linie (von Bar an der Seine über Musst nachEharillon an der Seine). Von dem, was Schwartz für seinen Vorschlag vorbringt, ist die Stelle des Prudentius (zracku taräiuseulo) »meisten zutreffend. Ein Beweismittel, welches noch stärker dafür spricht, ist ihm dadurch entgangen, daß er in der catalaunischen die cabu-loniiche Stadt erblickt. Wer, wie Karl, vou Reims über Verdun (e. 2.) nach ChalonS an der Marne geht, d. h. wer nicht ansteht, statt "k-gersden Weges von 5s/2 Meilen einen Umweg von 13 plus 11 Meilen zu wählen, nur um jemanden in Verdun abzuholen (Karl ging jEfalls Ludwig, der von Cöln herankam, zu Liebe so weit nach Osten), scheut gewiß auch nicht den viel weniger Zeit in Anspruch nehmende»Abstecher nach Clamecy .
2") Wie Ludwig und Karl am 23. Juni 84l (II: o. 10) drei (p. 28) verschiedene Vorschläge Lothar Übermacht hatten, so proponmeLothar jetzt zwei Mittel eines friedlichen Austrages, die er deutlich durch siu alitsr trennt: Vermehrung seines Dritthells um se>mkaiserlichen Würde willen, oder eine neue ^Theilung, mit Abrechnung der drei zum voraus ausgeschiedenen Königreiche. Funck: p, ufiSchwartz: p. 79: n. 2, Gfrörer: p. 42, Scholle: p. 51, Waitz: IV. p. 587 wahren erkennbar diesen Unterschied; Dümmler: PP- M4 n. I?hingegen verwischt denselben. — Es möchte nun auffallend sein, daß Ludwig und Karl den zweiten Vorschlag, die neue Theilung, denselber am 23. Juni 84i nur ungerne und erst in dritter Linie gemacht hatten, ßvstanti animo annahmen. Allein einmal hatte es sichmals um die uuivorsa bi'uiwiu gehandelt; jetzt drehte sich die Frage um eine tvrtia pars totins re°;ui nbscpis Imugosturäis Lajoari»Xguituniu. Dann wurde jetzt durch Lotbar ihnen, den zweimaligen Siegern, die Bitte vorgelegt, „ibm einen Drittheil zuzugestehen', wE"damals Lothar ein sehr gewichtiges Wort mitzureden gehabt (guock st si i-suuusret, Universum ist-unoiain asgua laues ckiviäsreut) und Wdie erste Wahl unter den Theilen (vou Lothars Recht der ersten Wahl war jetzt in Clamecy noch nicht die Rede; erst durch die DollmMÜberschreitung der königlichen Gesandten wurde es, allerdings nicht lange nachher, hergestellt: essst super ius parkst,ns sna elsotio)hätte. — Aus nichts anderem geht deutlicher hervor, wie sehr sich der kürzlich noch feines Erfolges so gewisse Vertreter der Rechseinpgedemüthigt kühlte, als aus einem Vergleiche der Art und Weise, wie er am 24. Juni 841 und jetzt von seiner Stellung als Kaiser re°e-Damals hieß es kühn und übermüthig (iiranckst iratristus suis): guoumm seii-ent iili imperawris uomsn msZua auotvritato kmsse >posilnm, ul eousicksi-eut, guatenns sjuscksm noiuinis wne-uilieum pussst e-xplero sstieiniu ill. r. 10). Jetzt klang es ganz besehe: