Arbeit für ihre ursprüngliche Bestimmung zu um-fangreich.
Da der Gegenstand von Interesse schien, bildetederselbe 1865 den Inhalt einer Anzahl Vorträge inder Luzerner Offiziersgesellschaft. Der Anklang, welchendiese fanden, veranlasste mich, mich ferner mit derSache zu beschäftigen und reifte in der Folge denEntschluss, die Arbeit im Drucke erscheinen zu lassen.
Bei der reichen Fülle geschichtlicher Literatur,welche die Schweiz besitzt, die verhältnissmässig weitbedeutender als die anderer Länder ist, muss es be-fremden, dass ein so wichtiger Gegenstand, wie dasKriegswesen und die Kriegskunst der Eidgenossen,denen die Schweiz doch ihre staatliche Existenz ver-dankt, nie für sich behandelt worden ist, obgleich wirsonst viele u. z. sehr verdienstvolle kriegsgeschichtlicheArbeiten besitzen. *)
Die Ursache dieser auffallenden Lücke in unsererGeschichtsliteratur dürfte dem Umstand zugeschriebenwerden, dass die Geschichtsforscher ebenso selten Mili-tärs, als die Militärs Geschichtsforscher sind.
Der Mangel einer Darstellung des Kriegswesensund der Kriegskunst der schweizerischen Eidgenossenist Ursache, dass die Verdienste derselben für die Be-gründung und erste Entwicklung der neuern Kriegs-kunst noch heutigen Tages nicht in vollem Umfanggewürdigt werden. — Diesem Mangel abzuhelfen habeich mir zur Aufgabe gestellt.
*) Das eiuiige Euch, welclu* einen ähnlichen Zweck verfolgt, wie den, welchendieses sich pestellt, ist das des Hauptmamis Emamid von Rodt «Geschichlo des BernerKriegswesens»; doch diese höchst werthvolle Arbeit beschäftigt sich bloss mildergeschichtlichen Darstellung der Militär-Einrichtungen eines schweizerischen Kantons.