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Freiwilligen (iberlassen werden sollte, gab die auf dem Rath-hause oder dem Ortsbrunnen aufgesleckte kleine Kahne(Renn- oder Schülzenfahne) der kriegerischen Jugend dasZeichen, sich bewaffnet und bewehrt einzulinden.
Diese Aufforderung blieb nie ohne Erfolg. Wie Johannes vonMüller sagt: „Rüstig und stark erging der Krieg der Stadt Bern ; aufwen ? riefen die Bürger und bald ertrugen kaum die Brücken dieherausdringende Jugend.“ *) — Als 1402 der Bischof von Chur denGlarnern eine Heerde wegnehmen liess, zogen diese mit dem Land-panner von Glarus zu einem Rachezug aus. Den Glarnern folgte einFreiwilligen-Harst von Unterwalden unter Jenni, einer von Zug unterUlrich Hafner, einer von Schwyz unter Hans Ebnetter und ein Harstunter Thomas Wieser, zu welchem noch eine von zwei Kriegern ge-führte Rotte von Appenzellem stiess. **)
1» ornsleni Fällen wurde statt der Fahne (dem Vennly)das Stadt- oder Landespanner aufgesteckt. Dieser Gebraucherhielt sich sehr lauge.
Noch 1530 im Kappeierkrieg wurde in Zürich das Stadtpanneram Stadthaus ausgehängt. ***)
Bei Beginn eines Krieges als Zeichen des Auszuges Fahucn indie Brunnen zu stecken, scheint in der Schweiz allgemein üblich gewesen zu sein. ****) — I» dem Anfang des ersten schweizerischenReformationskrieges wurde von den Amtleuten und Vögten im Aargauder Regierung in Zürich berichtet, die Luzerner hätten aller Orts Fahnenin die Brunnen gesteckt, es sei daher zu erwarten, dass dieselben dem-nächst mit Macht ausziehen werden. "'****)
An einigen Orten fand der Auszug mit einiger Feier-lichkeit statt.
Haffner sagt: „Gedenkwürdig ist, dass wenn die Bürger zu So-lothurn mit der Stadt Partner gegen den Feind in das Feld gezogen,so pflegte der Pannerherr oder Stadtvenner nach uraltem Gebrauch undGewohnheit mitten auf dem Markt das Panner in den Fischbrunnenzu stecken und dasselbe ganz nass wieder heraus zu ziehen, dannschwur er am ersten und hernach die Burger, dass sie ohne und zuvormit demselben wieder zurück in die Stadt kommen wollten, es wärendenn die Feinde geschlagen und das Panner für sich selbst von derLuft getrocknet.“
*) Schwcizergosch. II 102.
**) Joti. V. Müller Schwcizergesch. II. OSO.
***) Neujahrsbllr. d. Ziircli. Eouorwerk-Goscllsch. XI.VI. 27.
**•*) Stumpf Chronik und E. Welli Dorf rechte des Aargaucs.
*'***) Theodor von Eichenau Reformation von Hilzkirch.