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Kriegswesen und Kriegskunst der schweizerischen Eidgenossen im XIV., XV. und XVI. Jahrhundert : Mit zehn Figurentafeln / Carl von Elgger
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Wenn die Schweizer gewöhnlich im Gefecht Niemandschonten, so kommen doch besonders in der filtern Zeiteinige Ausnahmen vor.

Justinger sagt: Die Berner hätten 1298 in der Schlacht imJammerthal 300 Gefangene gemacht, und Tschudi behauptet, dass die1314 bei einem Einfall in Unterwalden gefangen gemachten Luzemermit grossem Gut gelöst werden mussten.

Das strenge Verbot, der schweizerischen Kriegsordnun-gen, im Kampfe keine Gefangene zu machen, hat der tiber -handnehmende Gebrauch, diese gegen Erlegung eines Löse-geldes frei zu geben, veranlasst. Bei der Geldgier derKnechte mochte man befürchten, dass diese im Gefecht mehrdaran denken würden, Gefangene zu machen und in Sicher-heit zu bringen, als zu kämpfen. Gewöhnlich ist es auchleichter, einen widerstehenden Feind zu tödten, als ihn un-verletzt gefangen zu machen.

In einigen Fällen war es schon im XV. Jahrhundertüblich, die beiderseitigen Gefangenen gegen einander aus-zuwechseln.

Edlibach erwähnt ein Beispiel, wo im Zürcherkrieg (bei Gelegen-heit als die Eidgenossen vor Zürich lagen) einige gefangene Schweizer und Züricher gegen einander ausgetauscht wurden. * *)

Wenn im Allgemeinen die Kriege der Schweizer mitallen Gräueln mittelalterlicher Kriegsweise geführt wurden,so findet man doch auch einzelne Züge der Grossnmth undMenschlichkeit, die zu dem (lüstern Gemälde einen erfreu-lichen Gegensatz bilden.

Eine seltene Tugend übten die Solothurner in einem Zeitalter,welches wider den Feind alles erlaubt hielt. Wenige Jahre, nachdemGraf Bucheck durch Kaiser Heinrich die Schultheissenwürde zum Erb-lehen empfing, in der zweispaltigen Königswahl, war Solothurn wie dieWaldstätte von der bayerischen Partei, und wurde von Herzog Leopoldmit vielem Volk belagert. An denselben Tagen ergossen sich grosseSchlagreg eil, in Folge dessen schwoll die Aare so furchtbar an, dass

land. Mit dieser Schlacht, die Carl V. gewann, nnd der bei Marignano, die siebenJahre früher Franz I gewonnen hatte, ward die Macht der Schweizer gebrochen, siehüteten seitdem nnr als Trabanten die Schwellen der europäischen Fürsten und derStier Ton Uri blies nunmehr nur noch den Kühen.» (Vehse, Gesch. des öslerr. HofesL 150.)

*) Edlibach Chronik Msc. 105.