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dieser Zeit stand man allgemein in dem Glaube», daß die Aegypter eine» Wider-willen gegen die See hatten und der Schifffahrt ganz fremd waren; ja dieserIrrthum war so eingewurzelt, daß selbst Malte-Brun ihn als eine unbestreitbareWahrheit ansah"). Indeß hat man allen Grund einer Behauptung zu wider-sprechen, die man unvorstchtigerwcise in den griechischen Schriftstellern, welcheAcgypten in den Tagen seines Unglücks sahen, begründet zu sehen glaubte und diesich mit vielen andern Dingen durchaus nicht verträgt, welche von eben denselbenSchriftstellern berichtet werden.
Nach Plutarch "") war der Abscheu der alten Aeghptcr vvr der See so groß,daß sie dieselbe durch Typhvn, den bösen Dämon, spmlwlisirtcn. Auch aßen diePriester keine Fische und gebrauchten niemals Seesalz""), welches sie Typhons-Schaum nannte». Allein dieser jämmerliche Aberglaube hatte wahrscheinlich nureine vereinzelte Eristcnz und wurde bloß im Gebiete des heiligen Kollegiums fest-gehalten. Zudem scheint auch die Anbetung des OsiriS oft mit der des Nilszusammengeworfen worden zu sein. Man stellte sich vvr, daß der Gott vonTpphon gelobtet worden, und das Wasser des Stromes verlor sich in der See,deren Symbol Typhvn war""""). Daher stellten die Mythologiste» die See natür-lich als Feindin des Stromes dar, und brachten sie mit dem bösen Dämon, demFeinde des OsiriS, zusammen. Allein es läßt sich nicht annehmen, daß dieseallegorischen Spielereien bei einer so ernsten und gelehrten Nation großen Einflußhatten, und wir werden finden, daß sie vor der Zeit, wo die Aeghptcr sich denpersischen Eroberungen unterwerfen mußten, gar keinen hatten.
NaucratiS war, wie uns Hcrodvtf) berichtet, der einzige ägyptische See-hafen , der bis zur Regierung deö Psammetich den Schiffern des mittelländischenMeeres offen stand: auf diesen einen Punkt war aller Handel Aeghptens zusammen-gedrängt. Wenn ein fremdes Schiff in einen andern Hafen lief, ohne durchSturm dazu gezwungen zu sein, so wurde es confiscirt, und Fremde, die, außerunter den eben angegebenen Umständen, an einem anderen Theil der Küste lande-ten, wurden als Feinde betrachtet und vertrieben. Arneilhonsf) sieht diese Maaß-regel nur als „eine Finanz-Maaßregel an, die znr Erleichterung der Zollerhebungdienen sollte;" Reynicr fs f) dagegen und sehr viele Andere nehme» an, daß sieaus dem Widerwillen entsprang, den die Acgypter gegen Fremde, besonders gegenfremde Seefahrer hegten, und sie soll den Beweis liefern, daß sie gegen den
") präcis do la l-äogeoplüo univorsoilo Ion»! I. ;>og. 13.
"") Ito Isido et Osirido ;wg. 363 ot sog.
""") Außer in der Fasten- und ReinigungSzcit scheinen sie Steinsalz gebrauchtzu haben. ?lm. 8 )N> 1 >. V, 16.
*""") Plutarch sagt ausdrücklich, daß Typhvn die See vorstellte, von welcherdie Nilgcwäffcr verschlungen werden.
h) lull. II- ca>>. 176.
ffff) (»nnnicrcv des ptulomövs ;nrg. 277.
Üff) l>v I'biconumio pubiiguv ot liurolo dos I'iMptions o> dos (larllnixinois,,mg. 231.