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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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Ein Mann von Stand und Vermögen ist durch seine Stellungein angesehenes Glied der großen Gesellschaft, und diese achtet aufseine ganze Aufführung und zwingt ihn so, selbst darauf Acht zugeben. Sein Ansehen und sein Ruf hängt fast ganz von der Achtungab, welche ihm die Gesellschaft zollt. Er kann es nicht wagen,Etwas zu thun, was ihn in Unchrcn oder Mißkredit brächte, undsieht sich deshalb genöthigt, diejenige weite oder enge Moral, welchedie Gesellschaft cinmüthig von Personen seines Ranges und Ver-mögens verlangt, streng zu beobachten. Ein Mann von niedrigemStande dagegen ist in einer großen Gesellschaft durchaus kein ange-sehenes Glied. Lebt er in einem Dorfe, so kann allerdings seineAufführung beobachtet werden und er gezwungen sein, selbst daraufAcht zu geben. In dieser Lage, aber auch nur in dieser Lage, kanner das zu verlieren haben, was man einen guten Rainen (cti-u-ieter)nennt. So wie er aber in eine große Stadt kommt, versinkt er inDunkelheit und Verborgenheit. Niemand achtet und merkt auf seineAufführung, und er ist daher sehr in Versuchung, sich selbst zu ver-nachlässigen, und sich aller Liederlichkeit und allem Laster zu ergeben.Aus diesem Dunkel tritt er nie so gewiß heraus, nie erregt seineAufführung so sehr die Aufmerksamkeit einer ansehnlichen Gesell-schaft, als wenn er Mitglied einer kleinen Rcligionsscktc wird. Vondiesem Augenblicke an bekommt er einen Grad von Wichtigkeit, dener nie zuvor hatte. Alle seine Glaubensgenossen haben um desguten Rufes ihrer Sekte willen ein Interesse, seine Aufführung zubeobachten und ihn, wenn er Aergerniß giebt oder von der strengenMoral, welche sie fast immer von einander fordern, zu sehr abweicht,durch Ausschließung oder Bann zu strafen, was immer eine sehrharte Strafe ist, auch wenn sie keine bürgerlichen Folgen hat. Ausdiesem Grunde ist denn auch in kleinen Religionsscktcn die moralischeAufführung des gemeinen Mannes fast durchweg außerordentlichregelmäßig und ordentlich, und ist im Allgemeinen weit geregelter,als sie sich bei den Gliedern der herrschenden Kirche findet. Sie istin der That oft unangenehm streng und auf eine widerwärtige Weiseungesellig.

Doch giebt es zwei leicht anwendbare und höchst wirksame Mit-tel, durch deren Zusammenwirken der Staat ohne allen Zwang das,