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Bayern beim Tode Friedrichs II. von Hohenstaufen : Festschrift zum Wittelsbacherjubiläum und Programm zur Schlussfeier des Schuljahres 1879/80 an der Königlichen Kreis-Realschule München / von Adalbert Schoettl
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lenkt wurde und dass sie ihre ganze Kraft aufrieben im Kampfemit einer Macht, die doch unumschränkt Uber die Gemüter undGeister ihrer Unterthanen herrschte, mochten diese auch noch sooft das Schwert zu ihrer Bekämpfung gezogen haben. VonHeinrich IV. bis zu Friedrich II. zieht sich dieser Kampf, baldin kleinliche Nergeleien sich verlierend, bald zur höchsten Flammeaufschlagend, je nachdem sich die Persönlichkeiten gegenllber-standen.

Die Staufer, das edelste unserer deutschen Kaisorgcschlechter,hat ein trauriges Schicksal als die Leiter in diesem Kample be-stimmt. Nicht in ihrem Willen lag es, die Streitigkeiten hcrauf-zubeschwören. Die Lage der Dinge, die ungenaue Grenze derbeiderseitigen Gewalten, das Gewicht berechtigter Ansprüche aufjeglicher Seite sind es, die immer und immer wieder Zwistig-keiten hervorrufen. Es driingte sich den einzelnen selbst derGedanke auf, nicht die Charakterrichtung sondern die Zeitströmungweise jeglichem seinen Platz an: es gab keinen weltischen Kaiser,wie es keinen ghibellinischen Papst geben konnte. Der Gedankemag viel von dem, was sie alle gesündigt, entschuldigen.

Barbarossas Anstrengungen waren vergebens gewesen. Um-sonst rangen seine Heere im blutigen Waffenkainpf, um den Siegan ihre Fahne zu ketten Umsonst stellte er der geistlichen Ge-walt Rivalen, Gegenpiipste entgegen, ja man versuchte sie mitdem Schein der Heiligkeit zu umgeben.*) An dem starren Wider-stand der Kirche brach seine Macht, und zu Venedig musste erbereuend gestehen, dass sein Streben ein verfehltes gewesen.

In die Spuren Barbarossas trat Friedrich II. Wohl nichtleicht ist ein Mann so verschiedenartig beurteilt worden wiedieser Staufer. Während seine Anhänger ihn in mystisch be-geisterter Weise erheben, ihn zum Weltvcrsöhner machen, vordem sich Erde, Meer und Himmel beugen und ob dessen Macht

* | Cependant lo clerge de la villo de Lucques oi Victor IV cfaitmort, refusa de lenterrer, ce qui nompfccha point qu'il ne sc fit desmiracles sur le tombeau qui lui fut accorde dans un monastoro de Cam-pagne. Daru I. 55.