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Bayern beim Tode Friedrichs II. von Hohenstaufen : Festschrift zum Wittelsbacherjubiläum und Programm zur Schlussfeier des Schuljahres 1879/80 an der Königlichen Kreis-Realschule München / von Adalbert Schoettl
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Unter den ersten Wittelsbachern reicht Bayern von denschneebedeckten Kämmen der Alpen bis zum Fichtelgebirge , aufder Westseite erstreckt es sich nicht, ganz bis zum Lech, an dendie Grenze erst unterhalb Augsburg herantritt, um seinem Laufebis zur Mündung zu folgen. Dann zieht sie sich den Kamm desfränkischen Jura entlang, freilich oft weit ausbuchtend oder vor-springend, da die geographische Beschaffenheit dieses Gebirgeses nicht eigentlich befähigt, ein Grenzgebirge zu bilden. Dienördlichste Spitze des Landes bildete dann das Fichtelgebirge ;und von da an schliesst sieh die Grenze an den Zug des Böhmer-waldes und dessen südlichste, die Donau entlang laufenden Berg-ketten. Früher hatten freilich die weiten, schönen Gebiete, diedie heutigen Erzherzogtümer Oesterreich bilden, zu Bayern gehört,doch in den Kämpfen der Welfen und Hohenstaufen wurde diesergrosse Strich vom Mutterlande abgerissen. Dennoch erstreckt sichauch unter den Wittelsbachern Bayern weit jenseits des Inns überdie llöhenzüge der Salzburger Alpen hinweg.

Bayern grenzte also an die hohcnstaulischon Gebiete Ammer-gau, lietengau, Scliongau, die Grafschaft Moringen und die Mark-grafschaft Burgau , die Grafschaften Güttingen, TruhendingenAbenberg, das Burggrafentum Nürnberg , dio hohenstautischenLande um Auerbach, Turndorf, die Provinz Eger, das KönigreichBöhmen und an die Länder der Herzoge von Oesterreich , lvärn-then und der Tiroler Grafen, die sich bereits zur Zeit Ottos vonWittelsbach Immunität von Bayern und rcichslürstlicho Kochteerworben haben.

Innerhalb dieser Grenzen lag ein reiches, gesegnetes Land,von der Donau und dem Inn durchströmt, die seine wichtigstenVerkehrsstrassen bilden. Im Süden umgrenzen cs dio Alpen mitblauem Gürtel, zu ihren Füssen die schimmernden Seen und ausihnen hervor die blauen Ströme quellend, die in tiefen Thal-mulden der Donau Zuströmen. Das Gebiet auf der Hochebenemag bis heute sieh nicht besonders verändert haben, höchstensdürfte der Waldbestand damals einen grösseren Umfang gehabthaben, denn wir finden öfters Schenkungen von Waldgründen,die jetzt abgeholzt und in Acker- oder Weideland verwandelt