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Skizzen und Ausarbeitungen über Italien : nach einem zweyten Besuche im Jahre 1827 / geschrieben von Dr. Heinr. G. Bronn
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Wirthshäusern die besten Zimmer, um ihren ItalienischenGeschäftsfreunden, falls sie von ihnen besucht werden,einen besondern Credit von ihrem Hause beizubringen;sie geben defshalb auch die reichlichsten Trinkgelder,während der reichste Italiener sich überall streng an dieTaxe hält; sie scheuen mancherlei kleine Ausgaben zuiliremVergnügen nicht: Alles dieses sind dem Italiener un-begreifliche Dinge, die er zuletzt doch noch am liebstenauf Rechnung ihrer Unwissenheit oder ihres Mangels anCalcül setzt.

Doch Ehre, dem Ehre gebührt! Als ich im Jahre1824 zu Vicenza mich von meinem ganzen Geld-vorrathe für unvorgeseheue Auslagen entblöfst hatte,schrieb ich nach Venedig an einen Deutschen Kaufmann,bei dem ich nicht unbedeutenden Credit hatte, und dermeine eigenhändige Namensunterschrift schon besafs,und bath ihn, mir durch irgend einen seiner Correspon-denten in Vicenza eine kleine Summe nicht gröfser,als um die Reise bis Venedig bestreiten zu könnenauszahlen zu lassen. Nachdem ich auf die Antwort überdie Zeit hatte warten müssen, erwiderte er mir auf aus-weichende Art. Ich bath nun den Wirth al capellorosso, wo ich wohnte, mir seine Rechnung bis Venedig zu erlassen, und noch eine kleine Summe baar dazu zugeben. Zu seiner Sicherheit zeigte ich ihm den für Ve­ nedig visirten Pafs, und erboth mich, von Vicenza ausdurch irgend einen ihm bekannten Vetturin ( die in jenerGegend weniger theuer als anderwärts sind) mich nichtnur bis Fusina bringen zu lassen, sondern denselben auchauf meine Kosten nach Venedig mitzunehmen, um ihm