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Skizzen und Ausarbeitungen über Italien : nach einem zweyten Besuche im Jahre 1827 / geschrieben von Dr. Heinr. G. Bronn
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Geistes-Fähigkeitenallmählig steigt; in der Weise jedoch,dafs der minder Gebildete und durch den Druck der Ver-hältnisse in Vernunft-Spekulationen Gehinderte gernedemjenigen ein Uebergewicht zugesteht, dessen höheregeistige Ausbildung er anerkennen mufs, indem er, vondessen Bemühungen Nutzen ziehend, dessen Resultatesich anzueignen und ihm so nachzufolgen sucht. All-mählich erwirbt sich der Mensch einen gewissen Takt,wornach er auch in solchen Fällen, wo er augenblicklichüber Recht und Unrecht auf dem Vernunftwege nichtins Reine zu kommen vermag, doch in der Regel dasRichtigere wählt. Dieser Takt wächst mit dem Grademoralischen Nachdenkens , vervollkommnet sich , und erist es was wir in einem beschränkteren Sinne oft Ge-wissen nennen. So lange aber der Mensch nur nachdiesem Takt, und nicht nach klarer Vernunftanschauunghandelt, erlaubt er sich weit eher ein Zuwiderhandeln tdocli wagt keiner solches der klaren Vernunftansichtentgegen, wenigstens nicht, bevor er selbst sie wieder

zu trüben, zu ersticken gesucht hat.-Sollte Einer

in seinen Resultaten von der Gesammtheit der Geistig-gebildeten allzusehr abweichen, so wird er verhältnifs-mäfsig weniger Anhänger haben; wie aber keine Behaup-tung so unsinnig ist, dafs sie nicht ein Gelehrter schonaufgestellt hätte, so wird es jenem auch nur seltenwenigstens an einem oder einigen Anhängern fehlen.Diese Forschungen über das Rechte und Gute können inihren Fortschritten nur da gehemmt, und so durch dieRückwirkung auch die Ausbildung des Gewissens nur dazurüekgehalfen werden , wo fortdauernd und allseitig