180 Wasserknltur-Versuch mit Richardia africana Kth .
Die Vegetationsbeobachtungen ergeben folgendes:
1) Das Verhältnis der Produktion zum Abfall der Blätter istein bestimmtes. Innerhalb eines Kalenderjahres haben die Pflanzenebensoviel Blätter produzirt, als Blätter fielen. Diese Erscheinungtritt jedoch erst ein, wenn die Pflanzen ein bestimmtes Alter erreichthaben: Bei den Pflanzen I, II und III, die dem Topf entnommenwurden und nach der Beschaffenheit der Knolle mehrere Jahre(wie viel?) alt sein mussten, ferner auch bei dem Steckling T,dessen Vegetation schon bedeutend fortgeschritten gewesen ist, wieaus den Messungen in Tabelle I hervorgeht.
2) Die Produktionsgrösse der Blätter ist, wie die Rubrik derJahressumme zeigt, individuell (I = 18, II = 12, III = 12, IV — 13).Sie erreicht ferner am Schluss des dritten Vierteljahres bei Pflanze I und III ihr Maximum und sinkt am Schluss des Jahres bedeutendherab. Die Pflanze II verhält sich aus später zu erörterndenGründen anders.
3) Die Produktion im Verhältnis zum Abfall erreicht schon amEnde des 2 teil Vierteljahres ihr Maximum und sinkt dauernd biszum Schluss des Jahres. Dies ist offenbar durch die in den Sommer-monaten wirkende stärkere Transpiration verursacht.
4) Es ist selbstverständlich, dass sich in den monatlichen Zeit-räumen die Pflanze in der Reproduktion verschieden verhält, weilsich sämmtliche Pflanzen in verschiedenem Entwicklungsgrad befanden,als die Beobachtung begann, und nur durch die Summirung des Lieht-und Wärmeeinflusses im Laufe des ersten Jahres, tritt das Repro-duktionsgesetz (Gleichheit der Produktion und des Abfalls in gewissemAlter) hervor. Würde man die Cultur von gleichaltrigen Pflanzenverfolgen, so würden nur die individuellen Verschiedenheiten zuTage treten*).
Vergleicht man die Reproduktionskraft der Stecklinge mit der-jenigen der Mutterpflanzen unter sich, so bemerkt man, dass, mitAusnahme des Steckling I, der das nöthige Alter bereits erreicht hat,die Produktion und der Verbrauch der Blätter nicht, gleichen Schritthalten, dass erstere provalirt. Die übrigen Waehsthumsverhältnissesind die gleichen, wie bei den Mutterpflanzen.
Bei einem nebenherlaufenden Versuch mit jungen Keimpflanzenhat es sich gezeigt, dass unsere Versuchspflanze gegen stärkere Oon-centrationen der Nährlösung äusserst empfindlich ist. Die 1 p. m.
*) Ein solcher Versuch, von der Keimung angefangen, ist schon seit 1 .Talireim Gange. Die Keimung der Samen im dostillirtem Wasser verlief innerhalb3 Wochen sehr günstig. Die Keimpflanzen gelangten sodann in Reagenzglaser(Durchmesser — B cm., Länge — 10 cm.) mit destillirtem Nährlösung- oderWasserleitungswasser. (Siehe beigegebene Tafel).