zum I. Theil.
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Nach Muraview (1819) und den Messungen der Rus sischen Ingenieure, die das Land zwischen dem Aral unddem Caspisclien Meere abgewogen haben, zeigt sich,dafs die Landenge, die beide Seen scheidet, nicht vonGebirgen durchschnitten ist, sondern dafs sie aus einerEbene besteht, die in Norden nicht fern von den Mon-godj ar-Gebirgen beginnt und mit einem sehr steilen Ab-hange am Busen Saramasat nach dem Aral zu endigt,mit dem Busen Tuk-Karassou aber gegen das CaspisclieMeer offen steht; dafs sie dann nach Süden, einen Winkelbildend, vorrückt, aber sich nicht jenseit 40° SO' N. Br.ansdehnt, und das alte Bett des Oxus , der sonst in dasCaspisclie Meer mündete, nicht überschreitet. Der süd-liche Theil dieser Ebene, von ungefähr 20 Toisen Höhe,gleicht einer schroffen Seeküste und enthält Buchten, sowie Vorgebirge, die augenscheinlich ehemals vom Wasserbespült wurden. Muraview sagt: dafs die Einwohner diesenStrich der Ebene das alte Meeres ufer nennen, und dafsman demselben gegenüber eine ähnliche Küste bemerkt, sodafs beide das Bett und die Ränder eines Armes des Meeresbilden. Er fügt hinzu: dafs er auf dem Wege nach Khiwaeinen Theil dieser Tiefe durchzogen, und dort nur bitteressalziges Wasser gefunden habe; dafs er von Demourdj enbis zu den Hügeln Nahmens Sarebebe durch alte ausge-trocknete Seen gekommen sey, und dafs dieser ganze Land-strich im Allgemeinen fast ohne Vegetation erscheine.Mehrere Kaufleute, die oft über diese Landenge hinreisen,haben dieselben Wahrnehmungen mitgetheilt.
Einige Personen behaupten: die zwischen den Was-serflächen beider Seen befindlichen Erhöhungen sprächenganz besonders für die Vermuthung einer ehemaligen Ver-bindung beider, und wären Nichts als Niederschläge vonder vulcanischen Umwälzung erzeugt, welche die Wasser,die ehemals einen grofsen Theil der Steppen der Kirgis-