Band 
III. Theil.
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ZUM I. Theil.

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cliarte gesehen, die zu Ende des dreizehenten Jahrhundertsverfertigt worden war. Aber in Europa wvifste man bis indie Hälfte des sechszehenten Jahrhunderts Nichts von die-sem See. Jenkinson , der im J. 1558 über Astrachan nach Bokliara gieng, ist der erste Europäische Reisendeder das Daseyn eines grofsen Sees im Osten des CaspischenMeeres bekannt gemacht hat. Er nennt ihn den Kitaia-See, und sagt, der Syr falle in denselben, glaubt aber der0 b sey ein Ausflufs aus ihm. Dennoch wissen weit Spätere,wie Olearrus , Avril , Debrityn Nichts von ihm. Die Rus-sen nannten ihn lange das Blaue Meer, auch da sie ihnnoch für einen Busen des Caspischen hielten.

Die ehemalige Verbindung zwischen diesen beiden gro-fsen Landseen erklärt auch, wie man dem Caspischen Meeredamals eine ganz andere Gestalt und eine weit gröfsere Aus-dehnung von West nach Ost hat geben können als ihm jetzteigen sind.

lieber diesen Zusammenhang, und über die von unsS. 115 erwähnte Vorstellung der Alten: nach welcher dasCaspische Meer ein Busen des nördlichen Oceans gewesensey, oder wenigstens mit diesem im Zusammenhänge ge-standen habe, sind neuerlich merkwürdige Nachrichten undWahrnehmungen zusammengebracht, und besonders vonH. von Humboldt lichtvoll verbunden, mit seinen eigenenBeobachtungen vermehrt und sehr beweisend entwickeltworden *). Wir geben hier das Wesentliche und Hieher-gehörige zum Theil mit seinen eigenen Worten. i

Die Natur, wie sie sich in diesen Gegenden zeigt,scheint jener alten Vorstellung allerdings das Wort zu reden,und zu zeigen, dafs diese nicht auf einem geographischenhrthumc beruht hat. Die Möglichkeit der ehemaligen Ver-

1) Fragmens de Geologie et de Climatologie Asialiques. T. 1.

p. 44 47 u. p. 94.