ZUM I. Theii,.
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liehe Turcomanische Ufer sich erstreckt und den See inzwei Hälften getheilt habe 1 ).
Genauere Untersuchungen über den veränderlichenWasserstand des Caspischen Meeres sind neuerlich vondem Petersburgischen Akademiker Herrn Lenz angestelllworden 2 ). Die von demselben gefundenen Ergebnisse sindfolgende. — Zu einer Zeit, die genau anzugeben unmög-lich ist, die aber wenigstens vor dem J. 500 angenommenwerden mufs, hat das Caspische Meer mit dem Assofschenund dem Aralsee zusammengehangen, nach Pallas sehrwahrscheinlicher Hypothese. — Zu einer Zeit, die eben-falls sehr weit zurückgesetzt werden mufs, und wenigstensvor Erbauung des jetzigen Baku lallt, hat an den süd-lichen Küsten dieses Landsees ein sehr bedeutendes Stei-gen seiner Oberfläche stattgefunden, welches wenigstensauf fünfzig Fufs angeschlagen werden mufs. Dieses ergiebtsich aus dem sehr wahrscheinlichen frühem Zusammen-hänge der Insel Nargen mit dem Festlande, aus den inder Bai von Baku, am Silberhügel und bei Reschtunter Wasser stehenden Gebäuden u. s. w. — Nachdemdie Oberfläche aber einmal diese Veränderungen erlittenhatte, ist ihre Höhe im Ganzen ziemlich gleich geblieben;jedoch scheint aus Bahtfs und Kämpfer’s Angaben eingeringes allgemeines Fallen sich zu ergeben, so dafs die mitt-lere Höhe des achtzehenten Jahrhunderts niedriger ist alsim J. 1400 (gegen 5 Fufs), w'o das Wasser noch bei derMoschee stand, also wie es scheint in den Strafsen derjetzigen Stadt. — Von diesem gleichen Stande im Allge-meinen können aber zwei temporäre Ausnahmen mit Sicher-heit nachgewiesen werden. Vom J. 1085 etwa bis 1115
1) Humboldt Fragmens de gcol. et de climalol. Asiat. T. 1.
1>. 98.
2) K. Lenz in llcrghaus Annalen d. Erd-, Völker- u. Stauleu-
kundc. Bd. 6. S. 411 f.