4-2 Schnellwaage
Die Künstler, welche sich mit der Verfertigungder Schnellwaagen beschäftigen, pflegen die Eintyei-lungöpunkte an dem länger» Arme gemeiniglich durchdie Erfahrung zu bestimmen. Sie suchen nämlichdurch fortgesetztes Probire» diejenige Punkte, in wel-chen ein willküsirlicher Läufer mit zwey, drey, vier:c.Pfunden das Gleichgewicht hält. Wenn nun dieGewichte, die ein solcher Künstler nach und nach inA aufhängt, richtig sind, so ist man auch allerdingsim Stande, die Eintheilungspunkte durch Versuchezu bestimmen. Man darf jedoch bey einer solchenSchnellwaage immer mir den Läufer gebrauchen, dessender Künstler sich zur Bestimmung der Eintheilungs-puukte bedient hat. Verändert sich der Läufer mitder Zeit, so wird die Schnellwaage falsch, und manweiß dann oft nicht, woran der Fehler liegt. Beytziner ordentlich nach der Theorie gebauten Schnell-waage kann man hingegen jeden Läufer gebrauchen,wenn nur sein eigentliches Gewicht bekannt ist.
An den gemeinen Schnellwagen, welche sehrhäufig im Handel vorkommen, pflegt auch der Ab-stand AC oft allzu klein zu seyn. Außerdem siehtman daran bey aufmerksamer Betrachtung sehr oft,daß der Unterstützungspunkt oder Ruhepunkt C unterdie gerade Linie A B fällt, welche durch die Aufhänge,punkte A und P> fortgeht. Hier wird dann der Läu-fer, obgleich er das Gleichgewicht zeigt, doch immerin seinen Angaben etwas von der Richtigkeit abwei-chen, wenn man ihn mit einer geringen Kraft vonoben herab oder von Unten hinausstößt.
Will man nach den bisherigen Grundsätzen undRegeln eine große Schnellwaage verfertigen, welchedienen soll, beladene Wagen abzuwägen, z. B. eineHeuwaage, so muß man zur Erleichterung desAbwägens alles so einrichten, daß daö zum Gleich-gewicht der Aerme in A nöthige Gew:cht wenigstensnicht größer als daö Gewicht des ledigen Wagens