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25/1872 (1872) Atlasblatt Kirchheim : mit den Umgebungen von Esslingen, Plochingen, Kirchheim, Nürtingen, Metzingen u.s.w. / geognostisch aufgenommen und beschrieben von C. Deffner
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dritten Stufe noch unserem Blatte ängehört. Auch dort ist eine deutliche Treppe von dieser obersten auf die zweiteStufe sichtbar, welch letztere durch die lange Liasfläche von Neckarhausen repräsentirt wird.

Das Land zwischen Erms und Lauter mit dem Albplateau von Erkenbrechtsweiler . Vor allem fallen diedrei schmalen Bergzungen auf, welche vom Massiv der Alb gegen Nordwesten hinausragen und deren Spitzen in einergeraden, mit dem Streichen der Alb parallelen Linie liegen. 5000 Kilometer oder beinahe l/ 2 Stunden lang ist dergrösste dieser rankenförmigen Ausläufer des Albkörpers, der sich vom Kienbein aus im Zickzack, bald im Streichenbald im Fallen der Schichten bis zum vulkanischen Jusiberg hinaus erstreckt. Weit kürzer, aber auch viel schmälersind die beiden andern, welche mit der Festung Hohenneuffen und dem Beurener Felsen endigen. Es ist eine diesemBlatte ganz eigene Form, die man längs des ganzen Albrandes sonst nirgends wieder findet. Jenseits der Lautersind der "Wielandstein und die Teck abermals zwei ausgezeichnete Repräsentanten dieser eigenthümlichen Erosions-form, welche durch ihr einziges Vorkommen am Hauptheerde des Vulkanismus der Alb darauf hinweist, dass beideErscheinungen in einem, wenn auch noch nicht erklärten Zusammenhänge stehen. Selbst am Himmelreich beimEngelhof und an den beiden verkümmerten Zäpfchen über Oberlenningen zeigt sich noch die besondere Dispositiondieses Gebirgstheils zu jener Erosionsform. Sehr ins Auge fallend ist ferner die breite Ausdehnung, welche dasGebiet des braunen Jura zwischen Erms und Lauter gewinnt. Dasselbst steht im schroffsten Gegensätze gegen seinAuftreten rechts der Lauter, wo er auf ein schmales Band, das sich längs des Steilrands der Alb hinzieht, zurück-gedrängt ist. Nur an wenigen Orten des Landes ist ein 6 Kilometer breites Gebiet des braunen Jura zu finden,wie zwischen Neuffen und Nürtingen , wo seihst die Kalkplatte des braunen Jy zu einer selbstständigen Ausbildungals ausgesprochenes Plateau gelangt. Um so schmäler aber ist das Gebiet des Lias, das oberhalb Nürtingen aufweniger als 2 Kilometer Breite zusammenschrumpft. Auch hierin zeigen die beiden Seiten der Lauter den entschie-densten Gegensatz, denn auf der rechten Seite dieses Flusses gewinnt der Lias eine Breite von reichlich 10 Kilometern.Die Ausdehnung des schwarzen zum braunen Jura steht in diesen beiden Bezirken also in einem umgekehrtenVerhältniss.

Das Land zwischen Lauter und Fils. Ausser durch die so eben hervorgehobenen Verhältnisse zeichnet sichdieses Gebiet noch wesentlich durch die grosse Erosionsbucht aus, welche von den rechtwinklich zusammenstossendenWasserläufen der Lauter und des Trinkbachs begrenzt und in ganz abnormer Weise zwischen den Wänden des Liasund weissen Jura ausgewaschen ist. Sie steht mit dem schon erwähnten Zurückdrängen des braunen Jura an denSteilrand der Alb im engsten Zusammenhänge. Denn die nahezu vollständige Erosion dieses Gebirgstheils hat jaeben die flache Bucht hervorgerufen, welche von den Liashöhen nördlich von Kirchheim betrachtet, einen so abnormenund überraschenden Anblick gewährt. Eine weitere Eigentümlichkeit dieses Gebiets ist die hohe Lage sämmtlicherFormationsglieder vom Lias bis zum obersten weissen Jura hinauf. Zwischen Bünzwangen und Schlierbach erhebtsich der untere Lias bis über 386 Meter, der braune Jura ß zwischen dem Hinterburger Hof und Hepsisau auf 532,während in dem Streichen dieses Punktes jenseits, der Lauter bei Brucken schon die Parkinsonoolithe auftreten. Amdeutlichsten tritt diese Niveaudifferenz aber bei den beiden Hochflächen des Albkörpers diesseits und jenseits derLauter hervor. Auf dem Erkenbrechtsweiler Plateau erscheint die Schopflocher Hochfläche wie eine weit überragendelange Wand nnd die Höhenmessungen zeigen in Uebereinstimmung damit einen durchschnittlichen Unterschied von75 Metern oder 270 w. Fussen. Auch noch weiter gegen Süd lässt sich diese x\ufblähung der Erdoberfläche imKörper der Alb verfolgen. Man braucht nur die Uebersichtshöhenkarte von Jordan von 1871 zu betrachten, um dieganze Erhebung des Terrains vom Breitenstein bis zur Heroldstatt bei Ennabeuren mit einem Blick zu übersehen.Das spezifisch vulkanische Gebiet aber zwischen Engstingen und Grahenstetten bildet eine tiefe Einsenkung vondurchschnittlich 100 Metern zwischen der Münsinger Hardt und den östlich Erpfingen sich erhebenden Höhen. Dassdiese Einsenkung sich bis an den Neckar erstreckt und in der Köngener Mulde und bei Plochingen ihren tiefstenPunkt erreicht, wird der Abschnitt über die Lagerungsverhältnisse noch näher, als schon oben angedeutet wurde,ausführen.