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25/1872 (1872) Atlasblatt Kirchheim : mit den Umgebungen von Esslingen, Plochingen, Kirchheim, Nürtingen, Metzingen u.s.w. / geognostisch aufgenommen und beschrieben von C. Deffner
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Die nutzbaren Gesteine.

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Der weisse Keupersandstein ist hier, Land auf Land ab, der gesuchteste Baustein, und die Brüche vonNeckartenzlingen und Oberensingen , welche schon Bösler (1791, I. S. 121) genau beschreibt, liefern ihn in anerkanntausgezeichneter Qualität. Die unteren grobkörnigen Schichten werden dort meist zu Mühlsteinen verarbeitet. EinVersuch am Plochinger Kopfe, Pfauhausen gegenüber, lieferte ein nur wenig brauchbares Material aus den oberstenweichen Bänken dieser Abtheilung. Dieselben werden gleichfalls bei Esslingen am Zollberge abgebaut, und zeigeneinen stark kaolinhaltigen mürben, leicht verwitternden Stein. Die kaolinreichen weissen Sandmergel der Zwischen-lagen werden zuweilen als feuerfeste Erde beim Mauern von Feuerungsanlagen verwendet. Dagegen liefern dieBrüche in der Nothhaldenklinge unterhalb Plochingen aus den untersten Schichten der Abtheilung, dem Fleins, einsehr hartes, quarzreiches Material, das namentlich in seiner Verwendung zu Steinwürfeln als Ersatz der Holzschwellenfür die Eisenbahnschienen sich sehr gut bewährt hat, während die Würfel von Oberensingen und Neckartenzlingen dem Ausreiben durch die Schienen nur bei ganz hartem kalkreichem Vorkommen genügenden Widerstand zu leistenvermochten. Das im Reichenbachthal und bei Ebersbach gewonnene Material ist mit Ausnahme weniger härtererBänke für Hochbauten nicht dauerhaft genug, und findet desshalb nur bei Fundations- und Futtermauern Verwendung.

Im Ganzen genommen ist, trotz der weiten Verbreitung dieser Sandsteinbildung, ein ganz taugliches Material dochnur an wenigen Localitäten ausgebildet.

Die rothen Knollenmergel des Keupers werden namentlich im oberen Kerschthale, auch auf dem Schur-'valde bei Büchenbronn, zum Mergeln der lehmigen Liasfelder gebraucht. Diese Mergelungen haben in der Gegendv on Kemuath, Ruith, Scharnhausen bei der dauerhaften Farbe dieses Gesteins der ganzen Hochfläche einen fremdartigenröthlichen Schimmer verliehen.

Der Silbersandstein (Bonebedsandstein) findet, ausser zu Feldgemäuer und Steinwürfen, in der Gegend vonNürtingen eine umfassende Verwendung als Pflasterstein. Die früher betriebene Anfertigung von Wetzsteinen undSilbersand aus diesem Material, deren schon Rösler I, 23 erwähnt, scheint aufgehört zu haben.

Der Buelistein des Lias a ist ein für Uferschutzbauten, Fundamentgemäuer u. s. w. seiner Lägerhaftigkeitwegen überall eifrig aufgesuchtes Baumaterial und desshalb in unzähligen Steinbrüchen aufgeschlossen. Längs derEisenbahn wurde er auch, wie z. B. in Plochingen in grossem Masstabe, zu den Hochbauten des Bahnhofs und derBahnwärterhäuser verwendet.

Die Arictcnkalkc finden ihrer leichten Verwitterbarkeit wegen nur bei Futtermauern und FundamentirungenAnwendung. Dagegen werden sie bei reinerem und massigerem Vorkommen, wie bei der Reichenbacher Ziegelhütte zuschwarzem Kalk gebrannt, der zu Wasser- und Fundationsgemäuer als eine geringere Sorte hydraulischen Kalksverbraucht wird. Auch als Strassenmaterial finden die harten Bänke desselben häufige Anwendung.

Die Mergclkalkc des Lias y haben seit einem Jahrzebend eine grossartige Verwendung zu Cement ge- *

funden. Bei Kirchheim wird nahezu die ganze Mächtigkeit dieser Abtheilung des Lias hiezu abgebaut und in mehrerenEtablissements zu Cement verarbeitet. Nur die unterste Bank, welche der vielen darin eingeschlossenen Schalen vonOryphaea cymbium wegen eine zu grosse Beimengung von Fettkalk liefert, bleibt unbenützt.

Die Posidonienschiefer des Lias « liefern schon seit Jahrhunderten Fleinsplatten aus zwei Bänken, demTafelfleins und dem Schieferfleins oder Heinzen. Ersterer bildet gleich die unterste Lage der ganzen Abtheilung,von der der zweite nur durch 1 Meter mächtige bröckelige Seegrasschiefer getrennt ist. Eine Zugabe zu der Aus-beute an Platten bietet neuerdings die von Sauriern, welche gegenwärtig sorgfältig ausgebrochen werden, und zueinem Handelsartikel für die Cabinete der ganzen Welt geworden sind. In der Gegend von Ohmden und Holzmaden sind gegenwärtig gegen 30 Brüche im Betrieb.

Der gelbe Sandstein des Braunen Jura ß, welcher auf seinem östlichen Zuge so reichlich Bausteine liefert,ist auf unserem Blatte sehr arm daran, und liefert nur ganz geringes Material. Bei Hepsisau , bei Owen und imHülenberg werden einige Schichten eines schiefrigen, leicht verwitternden Steins ausgebrochen. Desto eifriger beutetman in dem steinarraen Gebiete die Sandkalke des