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17/1925 (1925) Atlasblatt Waiblingen : mit den Umgebungen von Esslingen, Schorndorf, Marbach und Winnenden / unter Zugrundlegung der früheren Aufnahmen von H. Bach und E. Fraas, neu bearbeitet von Paul Vollrath
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Einleitung.

Blatt Waiblingen zeigt einen Teil des Gebietes östlich der Landeshauptstadt Stuttgart . Unmittelbar vorden Toren Stuttgarts beginnend, dehnt es sich nach Osten bis über Schorndorf hinaus aus, umfaßt also vor-wiegend die Umgebung des unteren Remstales. Die Ostgrenze verläuft wenig östlich des Wieslauftales.Die westlichen Ausläufer des Welzheimer Waldes ragen noch weit ins Blattgebiet herein. Im Norden ziehtdie Grenze unmittelbar südlich Backnang vorbei in der Nähe des Murrtales auf Marbach zu. Von hieraus geht sie südwärts, östlich an Cannstatt vorbei, wobei der Neckar zweimal über das Blattgebiet hinaus-tritt. In der Südwestecke reicht eben noch ein kleines Stück der Filderhochfläche herein. Das industrie-reiche Gebiet des Neckartales zwischen Cannstatt und Eßlingen fällt fast vollständig auf Blatt Waiblingen .Von Eßlingen aus zieht sodann die Südgrenze über die Sttdhänge des Schurwaldes weg bis zum Nassach-tal, wendet sich hier nordwärts und quert den Schurwald bis Schorndorf .

Das so umgrenzte Blattgebiet zerfällt topographisch wie geologisch in zwei scharf voneinander ge-schiedene Teile. Der kleinere nordwestliche Teil zeigt eine weit ausgedehnte Hochfläche von ziemlichgleichbleibender Höhenlage (im Mittel etwa 300 m) mit einigen schmalen, in der Regel tief eingeschnittenenTälern; nur wenige unbedeutende Erhebungen beleben das Landschaftsbild. Der größere südöstliche Teilbildet ein reich gegliedertes Berg- und Hügelland mit zahlreichen, aber meist kleineren Wasseradern.Schon im topographischen Kartenbilde aufs deutlichste hervortretend, zeigt uns die geologische Karte dieGegensätze beider Landschaften in noch höherem Maße. Denn die Grenze zwischen der Hochfläche unddem Bergland fällt mit der geologischen Grenze zwischen Muschelkalk und Lettenkohle (unterer Keuper)einerseits und mittlerem, oberem Keuper und Lias andererseits zusammen.

Da aber auch die Bodenkultur hauptsächlich durch die geologische Beschaffenheit des Untergrundesbedingt ist, so zeigt sich auch in dieser Hinsicht ein großer Unterschied zwischen beiden Gebieten. DieMuschelkalk-Lettenkohlenfläche ist fast ausschließlich Ackerbaugebiet. Sie schließt sich völlig an das fürdas westliche Württemberg bezeichnende Gäu an, das man treffend die Kornkammer Württembergs genannthat. Der Anbau von Getreide nimmt den größten Flächenraum für sich in Anspruch: Meilenweit dehnensich im Sommer die ährenschweren Kornfelder aus. Demgegenüber tritt der Anbau anderer Ackergewächsezurück. Nur ganz untergeordnet bemerken wir bewaldete Flächen. Ganz anders finden wir die Verhält-nisse im Keuper -Liasgebiet. Weitaus vorherrschend ist hier die Waldkultur. Weinbau an den südlichenund südwestlichen, Obstbau an den nördlich liegenden Hängen sind etwa gleichmäßig vertreten. SpärlicherAckerbau findet sich auf den schmalen Rücken der Liasgebiete. Mit aller Deutlichkeit drücken sich dieseGegensätze auch in der Bezeichnung des zwischen Neckar , Rems und dem südlichen Keupergebiet liegendenDreiecks alsSchmidemer Feld, wie in den NamenSchurwald undWelzheimer Wald aus.

Ebenso groß ist der Unterschied in hydrographischer Hinsicht. Die in die Muschelkalk-Lettenkohlen-hochfläche tief eingeschnittenen Täler des Neckars, der unteren Rems und der Murr empfangen aus diesemGebiet selbst nur wenige Zuflüsse. Meist kleine und unbedeutende Bächlein fließen in trägem Lauf inflachen, kaum eingetieften Tälern im Bereich der Lettenkohle. Erst mit dem Übertritt in den Muschelkalkbeginnt eine verstärkte Talvertiefung und ein größeres Gefälle. Wo die Muschelkalkschichten auf derHochfläche von Lettenkohle entblößt sind, zeigen sich häufig Karsterscheinungen; die Gewässer versinkenin Dolinen und fließen unterirdisch ab. Ganz anders im Keupergebiet. Unzählige kleine Bächlein rinnendort in munterem Laufe über die Hänge herab, belebt durch kleine Wasserfälle, die durch widerstands-fähige Schichten im Bereich des Keupers gebildet werden.

Geographisch und geologisch stellt Blatt Waiblingen einen Ausschnitt aus derschwäbischen Schicht-stufenlandschaft dar. Diese, vom Schwarzwald bis zur Schwäbischen Alb sich ausdehnend, zeigt in stufen-artiger Wiederholung mehrere übereinander liegende, ausgedehnte, gegen Osten hin abfallende Flächen, diegegen Westen hin durch mehr oder weniger ausgeprägte Steilstufen gegen einander abgegrenzt sind. Be-ginnend im westlichen Württemberg mit der Stufe des Buntsandsteins , schließen sich ostwärts nacheinanderdie Stufen des Muschelkalks und des Keupers, weiterhin diejenigen des Schwarzen, Braunen und WeißenJura an. Den charakteristischen Aufbau dieser Landschaft können wir am besten von einem der zahl-reichen Aussichtspunkte im Keuper - oder Liasgebiet erkennen. Von der Buoch er Höhe beispielsweise

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