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17/1925 (1925) Atlasblatt Waiblingen : mit den Umgebungen von Esslingen, Schorndorf, Marbach und Winnenden / unter Zugrundlegung der früheren Aufnahmen von H. Bach und E. Fraas, neu bearbeitet von Paul Vollrath
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B. Der mittlere Keuper.

Der mittlere Keuper unseres Blattgebietes gestattet infolge des regelmäßigen Wechsels zwischen Mergel-und Sandsteinstufen eine sehr einfache Gliederung, die auch landschaftlich aufs deutlichste in die Erschei-nung tritt. Die drei Mergelhorzionte des Gipskeupers, der bunten Mergel und der Knollenmergel werdenvoneinander durch Schilfsandstein und Stubensandstein getrennt, wobei die bunten Mergel durch eine weitereSandsteinstufe, den Kieselsandstein, in Untere und Obere bunte Mergel geteilt werden, so daß sich folgendeübersichtliche Gliederung ergibt:

Oberer Keuper: Rät.

Knollenmergel.

Stubensandstein.

Mittlerer Keuper:

Bunte Mergel:

Sehilfsandstein.

Gipsmergel.

Unterer Keuper: Lettenkohle.

Obere bunte Mergel.Kieselsandstein.Untere bunte Mergel.

1. Die Gipsmergel (Gipskeuper) (krm).

Eine eintönige Folge von meist grauen, gegen oben mehr und mehr rote Färbung zeigenden Mergelnsetzt zum größten Teil die Abteilung der Gipsmergel zusammen. Die eingelagerten Steinmergelbänke, diemanchmal größere Verbreitung zeigen, gestatten eine genauere Gliederung des Schichtkomplexes, die sichnach den Untersuchungen von Weigelin und Pfeiffer 1 ) folgendermaßen gestaltet:

obere bunte Estherienschichten,

graue Estherienschichten mit der Anatinenbank,

untere bunte Estherienschichten.

Engelhofer Platte (Corbul^bank):mittlerer Gipshorizont.

Bleiglanzbank:dunkelrofe Mergel.

Grundgips mit der Bochinger Bank.

Die Grundgipsschichten enthalten fast die einzigen verwertbaren Ablagerungen des Gipskeupersund sind zwischen Cannstatt und Untertürkheim in zahlreichen Brüchen sehr gut aufgeschlossen. DieGrenze gegen die Lettenkohle ist gegenwärtig nirgends zu beobachten. Nach den Angaben von Bach 2 )und Weigelin folgen die Gipslager z. T. unmittelbar über dem Grenzdolomit, oder aber schalten sichdazwischen wenig mächtige Mergel ein. Die Ausbildung der Grundgipsschichten ist eine sehr wechselnde.Streckenweise fehlen Gipslager fast ganz oder vollständig. Dies ist z. T. wohl auf spätere AuslaugungzurückzufUhren. Immerhin muß aber auch das primäre Fehlen des Gipses in Erwägung gezogen werden.Daß tatsächlich unterirdische Auflösungen von Gips stattfinden, zeigen die vielen abflußlosen Einsenkungen,wie sie z. B. im Gebiet zwischen Untertürkheim und Luginsland zu beobachten sind, ebenso wie vereinzelteErdfälle im Gipskeuper auf das Vorhandensein von unterirdischen Hohlräumen hinweisen. Zu denselbenErscheinungen sind auch die in Gipsbriichen häufig zu beobachtendenMergelsäcke zu rechnen; senk-rechte, weit geöffnete Klüfte sind durch von oben her eingesackte Mergel und Tone ausgefüllt. Die Grund-gipsschichten zeigen petrographisch einen Wechsel zwischen Gipslagen, die z. T. mehrere Meter Mächtigkeiterreichen, und zwischengeschalteten, wenig mächtigen Mergellagen und Steinmergelbänken. Da vielfach die

1) M. Weigelin, Der untere Keuper im westlichen Württemberg . Neues Jahrbuch für Mineralogie usw., 1913,Beil.Bd. 35. W. Pfeiffer, Über den Gipskeuper im nordöstlichen Württemberg. Stuttgart 1915.

2) H. Bach, Begleitworte zur geognostischen Spezialkarte von Württemberg . Atlasblatt Waiblingen, I. Auf!., 1870.