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28/E (1891) Erläuterungen zu Blatt Wolmünster / von Dr. E. Schumacher
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Blatt Wolmiinster.

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in zwei Abtheilungen gliedern, die wegen der herrschenden petro-graphischen Mannichfaltigkeit und wegen der zahlreichen, auchpaläontologisch mehr oder minder gut begrenzten Zonen, welchesich innerhalb der beiden Abtheilungen noch weiter unterscheidenlassen, eine eingehendere Besprechung erfordern.

Die Zeichnung auf Seite 18 soll dazu dienen, die reichereEntwicklung in dieser Schichtengruppe (der sog. Wellenkalkgruppe)besser zu veranschaulichen und den Vergleich der Mächtigkeitder einzelnen Glieder derselben unter einander sowie mit denendes oberen Buntsandsteins zu erleichtern.

Die etwa 38 m mächtige untere Abtheilung des unterenMuschelkalks zeichnet sich in paläontologischer Hinsicht durchdas mehr oder minder reichliche Auftreten von Brachiopoden, zumalTerebratula vulgaris, welche für verschiedene Bänke als Hauptleit-form zu betrachten ist, vor der oberen, anscheinend gar keine, jeden-falls aber nur höchst selten, Brachiopoden enthaltenden Abtheilungaus. Nach der Gesteinsbeschaffenheit lassen sich in ihr drei Zonenunterscheiden: 1) sandige oder, genauer gesagt, sandig-thonigeSchichten (Trochitenzone), 2) mergelige Schichten (Myacitenregion)und 3) mergelig-dolomitische Schichten (Terebratelzone). Die beidenersten, welche meist wenig scharf gegen einander abgegrenzt sind,entsprechen zusammen dem unteren Wellenkalk in Süddeutschlandund Thüringen nach der gegenwärtigen Auffassung und bildeneine natürliche unterste Abtheilung des unteren Muschelkalks,wenn man in letzterem drei Unterabtheilungen unterscheiden will.(Vergl. die Anmerkung auf S. 55.)

Die etwa 6 8 m mächtige Trochitenzone, so benannt,weil Trochiten die häufigsten Versteinerungen in derselben sind,setzt sich aus Thonsandsteinen und dolomitischen Sand-steinen, welche in schnell auskeilender Lagerung mit grauenoder bräunlichvioletten Thonen (zu oberst auch Mergeln) wech-seln, zusammen. Die Thonsandsteine treten namentlich häufigdicht über der Buntsandsteingrenze auf und zwar in diesem Ni-veau oft in mächtigeren Bänken von weisser, grauer oder hell-gelber Farbe, welche vielfach durch feine Häutchen von hellemGlimmer (Muscowit) dünnplattig abgesondert sind. Sie gleichen

Untere

Abtheilung desunterenMuschelkalks.

m u i.

Fossilreiche,sandigeSchichten.(Trochitenzone.)

a.