Buch 
24/E (1894) Erläuterungen zu Blatt St. Avold / von H. Grebe, E. Weiss und L. van Werveke. Mit einer Beschreibung des lothringishcen Steinkohlengebirges von R. Nasse
Seite
27
JPEG-Download
 
  

27

v. Dechen vermuthet, dass jener grosse streichende Sprung, welchervon Wellesweiler bei Neunkirchen in südwestlicher Richtung nachdem Stollen der St. Ingberter Grube durch das Rischbachthal biszu einem Punkte zwischen dem Guckeisberge und Stuhlsatzenhausfortsetzt und südlich das ganze Kohlengebirge abschneidet, sichbis in die Gegend der Oderfanger Mühle weiter erstrecke, so dassdas Bohrloch von Oderfang auf die Südseite dieses ungeheurenSprunges fiele. In der That, wenn man die Punkte im St. Ing-berter Stollen und jenen zwischen Guckeisberg und Stuhlsatzen-haus einerseits mit denen des Bohrlochs bei der Ziegelhütte vonFreimengen und bei der Oderfanger Mühle vergleicht, so liegendieselben nahezu auf einer geraden Linie, und es wird sehr wahr-scheinlich, dass der erwähnte Sprung bis über die OderfangerMühle hinaus fortsetze; allein seine Richtung kann keine grad-linige sein. Wenn man nämlich die Ergebnisse der Bohrungenbei Kocheren, Morsbach und Forbach berücksichtigt, welche inverhältnissmässig geringer Tiefe schon Saarbrücker Schichten, zumTheil mit Steinkohlenflötzen geliefert haben, so müssen diesePunkte noch auf der Nordseite des Sprunges liegen, wodurch sicheine, übrigens nicht bedeutende Abweichung von der geradenRichtung desselben ergibt. Der Sprung würde also am wahrschein-lichsten aus der Gegend zwischen Dudweiler und St. Ingbert insüdwestlicher Richtung bis Kocheren verlaufen können, von hieraber in westlicher Richtung (genauer WSW.) zwischen der Ziegeleivon Freimengen und dem Hochwald bei Merlenbach hindurch indie Gegend nördlich der Oderfanger Mühle zu verlängern sein.»

Bildet, wie oben als möglich dargestellt worden ist, dieRosseln-Schönecker Faltungszone die Fortsetzung der grossenStörung, welche das Steinkohlengebirge im Saarbrückenschen(einschliesslich bayerische Pfalz bis St. Ingbert ) begrenzt, so istdie Jacquot-v. DECHEN-WEisssche Erklärung der Resultate derBohrversuche bei Oderfangen nicht mehr haltbar. Die Richtungund Natur der daselbst vermutheten Verwerfung bleibt dahereinstweilen zweifelhaft.