lebende Wesen, das eine Gräfin zur Gesellschaft hatte,der Algebra oblag und frei und zornig mitten durch dieWachtmannschaft gegangen war, — man sah sie, undan ihrer Seite sah man zuweilen den Prinzen KlausHeinrich.
Es war eine von Raoul Überbeins starken Redens-arten gewesen, als er erklärt hatte, daß das Publikum beidiesem Anblick „den Atem anhalte"; aber in der Sachehatte er recht, und man kann sagen, daß niemals die Be-völkerung unserer Residenz — und zwar in ihrer ganzenZusammensetzung — einen gesellschaftlichen oder öffent-lichen Vorgang mit so leidenschaftlichem, so alles anderehintansetzendem Eifer verfolgt hatte, wie Klaus HeinrichsVerkehr auf „Delphinenort". Der Prinz selbst handeltebis zu einem gewissen Punkte — nämlich bis zu einer ge-wissen Unterredung mit Seiner Exzellenz dem Staats-minister von Knobelsdorff — blind, ohne Rücksicht aufdie Mitwelt und inneren Trieben gehorchend; aber seinLehrer konnte ihn mit Fug ob der Meinung, als könntenseine Schritte der Welt verborgen bleiben, in seiner väter-lichen Art verspotten, denn sei es nun daß die beiderseitigeDienerschaft nicht reinen Mund hielt oder daß unmittel-bare Beobachtungen von feiten des Publikums vorlagen,jedenfalls war Klaus Heinrich niemals mit FräuleinSpoelmann zusammengetroffen, niemals seit jener erstenBegegnung im Dorotheenspital, ohne daß es bemerktund besprochen worden wäre. Bemerkt? Nein, erspäht,eräugt und gierig aufgegriffen! Besprochen? Vielmehrmit Sturzbächen von Gerede überschüttet! Dieser Ver-kehr bildete den Gesprächsgegenstand der Hofgesellschaft,