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Königliche Hoheit : Roman / von Thomas Mann
Entstehung
Seite
397
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Sehen Sie wohl, was Ihr Freund da gesagt hat!"

Haben Sie ihn nicht selbst einen unseligen Men-schen genannt, der ein schlechtes Ende nehmen werde?Er ist ein edler Charakter, ich schätze ihn hoch und ver-danke ihm viele Aufklärungen über mich und die Dinge.Aber in letzter Zeit habe ich oftmals über ihn nachgedacht,und als Sie damals so über ihn geucteilt hatten, da habeich mich mehrere Stunden lang mit Ihrem Urteil be-schäftigt und mußte Ihnen recht geben. Denn ich will' Ihnen sagen, Jmma, welche Bewandtnis es mit DoktorÜberbein hat. Er lebt in Feindschaft mit dem Glücke,das ist es."

Das dünkt mich eure anständige Feindschaft", sagteJmma Spoelmann.

Anständig", antwortete er,aber unselig, wie Sieselber gesagt haben, und obendrein sündhaft, denn esist Sünde gegen etwas, was herrlicher ist, als seine strengeAnständigkeit, das weiß ich nun, und zu dieser Sündehat er auch mich erziehen wollen, in aller Väterlichkeit.Aber nun bin ich seiner Erziehung entwachsen, in diesemPunkte bin ich es. Ich bin nun selbständig und weiß esbesser, und wenn ich Überbein auch nicht überzeugthabe, Sie werde ich überzeugen, Jmma, sei es heut'oder später . . ."

Ja, Prinz, das muß ich gestehen! Sie wissen zuüberzeugen, Ihr Eifer reißt unwiderstehlich mit sich fort!Neunzehn Tage, sagten Sie nicht so? Ich halte achtzehnundeinen halben für richtig, aber das läuft auf dasselbe hinaus.In dieser Zeit haben Sie einmal geruht, auf Delphinen-ort zu erscheinen . . . vor vier Tagen . . ."