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Königliche Hoheit : Roman / von Thomas Mann
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413
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die Füße gekreuzt, die rechte Hand über der linken, denOberkörper Herrn von Knobelsdorff zugewandt auf demharten Sofa saß, so spannte seine innere Haltung sichdoch ab in dieser Stunde, und ermattet wie er war vonseinen seltsam zarten und ergebnislosen Kämpfen, fehltenicht viel, daß seine Allgen sich mit Tränen gefüllthätten. Er war so sehr allein und unberaten. DoktorÜberbein hielt sich neuerdings fern vonEremitage" ...Klaus Heinrich sagte noch:Ach, Exzellenz, das würdezu weit führen."

Aber Herr von Knobelsdorff antwortete:Zu weit?Nein, fürchten Königliche Hoheit nicht, allzu ausführlichsein zu müssen. Ich bekenne, daß ich iiber Euerer König-lichen Hoheit Erlebnisse unterrichteter bin, als ich mireben den Anschein gab. Königliche Hoheit werden mir,abgesehen von jenen Feinheiten und Einzelheiten, die dasGerücht nicht aufzunehmen vermag, kaum etwas Neuesmitzuteilen haben. Aber wenn es Euerer KöniglichenHoheit wohltun könnte, einem alten Diener, der Sieauf seinen Armen getragen, Ihr Herz auszuschütten ...vielleicht, daß ich nicht ganz und gar unfähig wäre, EuererKöniglichenHoheit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen."

Da geschahs, daß alles in Klaus Heinrichs Brust sichlöste und sich als Bekenntnis gewaltig ergoß, daß erHerrn von Knobelsdorff das Ganze erzählte. Er er-zählte, wie man erzählt, wenn das Herz einem voll istund alles auf einmal sich über die Lippen drängt: nichtgerade sehr planmäßig, nicht sehr der Reihe nach und beiUnwesentlichkeiten über Gebühr verweilend, aber höchsteindringlich und mit jener Körperlichkeit, die das Er-