Band 
Zweiter Band.
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armt hat? Und nun, da der Frühling gekommen,der Frühling des Jahres einundsechzig, nun ist erda und empfängt das Sakrament der heiligen Taufe,er, auf dem längst so viele Hoffnungen ruhen, vondem längst so viel gesprochen, der seit langen Jahrenerwartet, ersehnt worden, den man von Gott er-beten und um den man Doktor Grabow gequälthat . . . er ist da und sieht ganz unscheinbar aus.

Die kleinen Hände spielen mit den Goldlitzenan der Taille der Amme, und der Kopf, der miteinem hellblau garnierten Spitzenhäubchen bedeckt ist,liegt ein wenig seitwärts und unachtsam vorn Pastorabgewandt, auf dem Kissen, so daß die Augen miteinem beinahe altklug prüfenden Blinzeln in denSaal hinein und auf die Verwandten blicken. Indiesen Augen, deren obere Lider sehr lange Wimpernhaben, ist das Hellblau der väterlichen und dasBraun der mütterlichen Iris zu einem lichten, unbe-stimmten, nach der Beleuchtung wechselnden Gold-braun geworden; die Winkel aber, zu beiden Seitender Nasenwurzel, sind tief und liegen in bläulichemSchatten. Das giebt diesem Gesichtchen, das nochkaum eines ist, etwas vorzeitig Charakteristisches undkleidet ein vier Wochen Altes nicht zum besten; aberGott wird geben, daß es nichts Ungünstiges bedeutet,denn auch bei der Mutter, die doch wohlauf ist, ver-hält es sich so . . . und gleichviel: er lebt, und daßes ein Knabe ist, das war vor vier Wochen dieeigentliche Freude.

Er lebt, und es könnte anders sein. Der Konsul