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DIE GEBIRGSMASSE
kaum der Yermuthung erwehren, dass es ursprünglich mit der nahe lie-genden Dolomitmasse des Scheiehorns zusammenhängend gewesen undgewaltsam durch das Eindringen fremdartiger Gesteine davon losgerissenworden sei.
In der mächtigen Stufe, die östlich von der Dolomitkette sich nachden Chureralpen ausdehnt, und den Thalkessel von Erosa gegen Nordenabschliesst, hat das Gestein wieder den Charakter von gewöhnlichemschwarzem Alpenkalk angenommen. Zwischen hohe Felswände einge-*dämmt, hat die junge Plessur nur mit Mühe einen Ausfluss aus denSee’n von Erosa nach Schalfick gefunden, und die lothrechten Abstürzemit schmalen Felsstufen, die zwischen dem überall Fuss fassenden Tan-nenwald hervortreten, erinnern an Scenen aus dem Haslithal oder denUmgebungen des Yierwaldstädtersee’s.
Eine neue Kalk- und Dolomitpartie tritt auf zwischen Erosa und demRothhorn. Es ist die kurze Rette des Parpaner-Weisshorns, das dengleichbenannten Stock in Schalfick an Rauhheit der Formen und gänz-licher Nacktheit noch übertreffen mag. Der Abfall gegen Parpan wirdvon einer mächtigen Trümmerhalde grosser Blöcke und kleinerem Schuttevon Dolomit, Rauchwacke und Kalk umschlossen, und in der Nähe desGipfels liegen die Felsen so lose aufeinander, dass man unten durch-gehend deutlich das Getöse vernimmt, welches der Wind in jenen leichtbewegten Massen hervorbringt. Auch gegen das Urdenthcil und dieEroser-Schacifalp zeigt die Rette gleiche Zerstörung und Entblössung,und leicht kann man sich erklären, wie in früherer Zeit diese einsameGebirgsgegend zu einem unheimlichen, gespensterhaften Rufe .gelangenkonnte.
Ungeachtet der geringen Regelmässigkeit in dem Auftreten dieser Ralk-und Dolomitmassen lässt sich doch ein allgemeines Streichen derselbenvon S. W. nach N. 0. nicht verkennen. Die Streichungslinie neigt sichetwas mehr dem Meridian zu, als diejenige der Alpenkette, deren Rich-tung uns durch den Lauf des Yorderrheins dargestellt wird; sie ist dage-gen parallel dem Lauf des Davoser Landwassers, oder der Scaletta- und