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Die noble alte Stadt, in der wir unser heutiges Fest begehn,sei uns ein Beispiel. Aristokratisch wurzelnd in den Tiefen derJahrhunderte, erhebt sie ihr Haupt in die Freiheitssphäre desmodernen, des lebensfreundlich-, lebenswillig-demokratischenGedankens. Ist es ein Zufall, daß hier der Kreis, dessen froheGäste wir Fremden heute sind, ein Kreis europäisch gesinnterSchriftsteller, sich gebildet hat? Der Schriftsteller, der Dichterist ja ein irritskilis vates; Talent ist im wesentlichen Sensitioi-tät, Empfindlichkeit für Zukunftsnotwendigkeiten. Dichtermögen Sorgenkinder des Lebens sein, geneigt und ständig inGefahr, sich an Krankheit und Tod als Mächte und Prinzipienzu verlieren: Kinder des Lebens bleiben sie eben doch und imGrunde zur sittlichen Güte bestimmt. Der Dichter, der in einergeschichtlichen Stunde, wie der gegenwärtigen, nicht die Parteides Lebens ergriffe, wäre wahrhaftig nur ein trüber Gast aufder dunklen Erde.
Ich habe gesagt, meine Damen und Herren, was zu sagenin dieser Stunde mir recht schien, obgleich es vielleicht zu ernstwar bei Gelegenheit eines fröhlichen Abendessens. Lassen Siemich das Angedeutete aufs herzlichste zusammenfassen in denRuf, in den ich Sie bitte einzustimmen: Es lebe Amsterdam ,es lebe „Oe b-etterkunäiAS LririA"!
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