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Ein Beitrag zur Kenntniss des Brasilianischen Küstengebirges / von Herrn Heusser
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Die wurstförmigen Erhebungen im Allgemeinen bilden nunoffenbar auf der Innenseite trichterförmige*) Vertiefungen. Das-selbe ist der Fall, wenn von einem Grat zwei Seitengräte aus-gehen, die vorn jene halbmondförmigen Ausbiegungen bildenso weit, dass sie sich gegenseitig berühren und so bloss eineOeffnung lassen zum Abfluss des Wassers. Beide Arten derBildung von Kesseln oder trichterförmigen Vertiefungen sindcharakteristisch für unsern Gebirgszug. Im letzteren Falle bleibtaber meist mehr ebener Grund; in diesen Gründen liegen nungewöhnlich die Fazenden, und an den Trichterwänden erhebensich die Cafeberge; da aber die Höhe dieser Abhänge gar nichtunbedeutend ist, sondern oft eine Höhe von 100 bis 300 Metererreicht, und der Abfall in der Regel sehr steil ist, so machtdiese Terrainbildung beim ersten Anblick auf ein Auge, dasdie Alpen gesehen, einen ganz eigenthiimlichen Eindruck. Einefernere häufige, fast regelmässige Erscheinung ist die, dass klei-nere Seitenthäler vorn schmal sind und hinten, manchmal erst inbedeutender Höhe sich erweitern und kesselartig ausdehnen. Sieist bald eine F'olge jener nach vorn sich erweiternden Seitengräte,bald aber rührt sie daher, dass der Hauptgrat selbst gebogenist und die Seitengräte radialförmig von demselben ausgehend sichimmer mehr nähern.

Kehren wir noch einmal zu den halbmondförmig sich aus-dehnenden Seitengräten zurück, so ist klar, dass man auf derder convexen Ausbiegung gegenüberliegenden Seite des Flussesnicht sieht, ob jene Erhebung isolirt ist oder durch einen Gratmit andern Bergen zusammenhängt. Es ist daher die für solcheErhebungen hier häufig vorkommende Bezeichnung n meiu laranja’(halbe Orange) gerechtfertigt und für Einen Standpunkt der Be-trachtung immer bezeichnend. Er wird aber oft ganz bezeich-nend, wenn nämlich der Grat hinter der Erhebung sehr zuriick-tritt, die Erhebung fast isolirt wird, und deren Basis sich demKreise nähert. Noch treffender sind freilich für solche Erhebun-gen die deutschen Bezeichnungen „Kuppen” oder „Dome”, dader Vertikalschnitt derselben wohl stets mehr irgend ein anderer

*) Bei dem Ausdruck ,, tri chte rfö rmi ge” Vertiefungen sieht man,dass der Ausdruck „wurstförmige” Erhebung nicht ganz passend ist;besser wäre vielleicht: „gewunden prismatisch”. Indess machen so tri-viale Bilder doch oft die Sache anschaulicher, als streng gewählte Be-zeichnungen.