Buch 
12 (1872) Atlasblatt Ellwangen : mit den Umgebungen von Crailsheim, Vellberg u.s.w. etc. / aufgenommen von H. Bach 1867. Beschrieben von Dr. O. Fraas 1871
Seite
14
JPEG-Download
 

III. Die Lagerungsverhältnisse.

Die obere Grenze des Muschelkalkes zur Lettenkohle, welche zur Bestimmung der geognostiscken Horizontesich eignet, ist im Bühlerthal tiefer gelegen als im Jagstthal. Am Eisenhahnviadukt bestimmt sie sich zu 371,7m,bei Obersontheim zu 366,4m. Heber der Biihlerspalte drüben stellt sich das Niveau der oberen Muschelkalkgrenzeauf 400 m wie bei Unteraspaeh, denselben Horizont treffen wir auch noch im Jagsthal bei Crailsheim (399,6), was bei-läufig mit der Sprunghöhe der Veilberger Verwerfungsspalte stimmt. Das Einfallen der Schichten in beiden Horizontenist im Wesentlichen ein südliches bis südöstliches wird aber, abgesehen von lokalen Störungen kaum mehr als 1 auf1000 betragen.

Nach dieser unteren Lettenkohlengrenze richtet sich zunächst auch die obere Lettenkohlengrenze, derenMächtigkeit im Mittel 20 Meter nicht übersteigt. Wir haben daher bei Obersontheim 388,2m., an der Gerhalde beiUntersontheim 395,2m, am Hizelberg bei Eschenau 390,6m. Im östlichen Niveau bei Grossaltdorf beträgt die Grenzebereits 421,9 (Ochsenmarkt bei Kleinaltdorf), bei Gaugshausen 423,2, am Sauerbronnen bei Crailsheim 411,6, beiCrailsheim am Schleifsee 414,9, bei Ingersheim 417,3, ebendort auf dem Schwarzfeld 421 und 419,3.

Die nächst folgende Treppe in der Landschaft, die sich so ziemlich am meisten ausspricht, wenn man vomfränkischen Unterland zu den waldigen Höhen der Ellwanger Berge oder des Hardtes hinanblickt, sind die Stim-mer gelbäuke im Oberalpha des Keupers. Je nach der Gegend sind die Gypsmergel 60, 70 oder gar 80 Meter mächtig,wornach sich das Niveau dieser Landestreppe richtet, das sich

bei Lorenzenzimmern aufbei Jagstheim

bei Oberspeltach

bei Onolzheim

bei Bohrfeld

bei Westgartshausen

bei Thalheim

461 Meter stellt,

455.9

454,7

494,0

484,3

475.9

421,0

Letzteres Niveau, das so bedeutend unter dem sonstigen Niveau der Steinmergel liegt, hängt augenscheinlich schonmit der dortigen Versenkung der Vellberg-Thalheimer Gegend zusammen. Je nach ihrer Lage im Fallen der Schichtenlegt sich nun auch die Grenze der Gypsmergel zum Schilfsandstein in verschiedenes Niveau. Am höchsten gelegensind die nördlichen Punkte

bei Goldbach . .. 493,5 Meter,

bei Burgberg .......... 488,6

bei Westgartshausen . 480,3

Ein mittleres Niveau haben die Höhen von Obersontheim bis Gründelhardt und Jagstheim, es stellt sichbei Bühlerthan auf ....... 461 Meter,

bei Gründelhardt .. 477,7

bei Jagstheim 460,4

bei Alexandersreute . .. 452,3

Je weiter gegen Süden, um so tiefer rückt das Niveau: wie denn die Sohle des Steinbruchs bei Randenweiler bereits425,2 liegt, im südlichsten Punkte aber, dem Winkel des Biihlerthales, bei Heilberg sogar auf 396,3 sinkt. Wennendlich das Niveau des Schlegelbergs bei Veilberg nur 442,8 beträgt, so hängt auch diess augenscheinlich mit derVellberger Versenkung zusammen.

Die untere Grenze des weissen Sandsteins, worunter der weisse Werkstein oder crystallisirte Sandstein nichtmit einbegriffen ist, lässt sich am Rothensteig, der von Goldbach zum Hardt hinaufführt, beobachten. Das Niveauist dort 516,2 auf der Markung Gründelhardt, amBerg 488, bei Hummelsweiler 473,7, dagegen bei Schweig-hausen, Markung Jagstzell, liegt die Grenze mit 415,9 im Jagstbette. Da der Höheberg im Streichen des letzterenPlatzes liegt, bei der Kirche aber im Hängenden der rothen Mergel 568,8 misst, so ergibt sich hieraus für die Sand-steine samt den rothen Mergeln eine Mächtigkeit von 153. Mit dieser Zahl wird die Mächtigkeit derselben Ge-steinsgruppe auf Blatt Aalen um etwa 40 Meter noch überschritten (Beglw. zu Aalen p. 6).