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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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von Betäubung, den es verursacht, wie einige fälschlich meinen.Die Indianer schätzen das Kraut sehr hoch und pflanzen cSin ihren Garten. Sie sehen die Wirkung, welche dessen Rauchhervorbringt, nicht nur für gesund, sondern auch für heilig an.

Oviedo fügt noch bei: ich begreife nicht, was für einVergnügen mit diesem Gebrauch verbunden ist, wenn er an-ders nicht dem gleicht, welcher durch vieles Weintrinken ver-ursacht wird. Ich kenne einige Spanier, welche den Gebrauchbereits angenommen haben, besonders solche, welche am !UaItle Iss öuvas (der Lustseuche) leiden. Sie sagen, daß siein der Betäubung die Schmerzen der Krankheit nicht fühlen.

Aus Oviedo's Nachrichten erhellet also ebenfalls, daß dasWort Tabaco das Einziehen von Rauch bezeichnet, welchenNamen die Europäer erst späterhin dem Gewächs beigelegthaben. Ferner ergiebt sich, daß der Rauch von den IndianernHispaniolas ehemals nur in die Nase eingezogen wurde. Aufdiesem Wege scheinen seine narkotische Wirkungen viel stärkerzu sein, als wenn er in die Mundhöhle aufgenommen wird.

Nach Dviedo waren auch bereits viele Neger dem Ta-bakrauchen sehr ergeben, und sie bauten das Kraut auf denFeldern ihrer Herrn. Sie rauchten, wenn sie von der Arbeitermüdet waren. Neger wurden als Sklaven schon im Jahr1508 auf Hispaniola und Cuba eingeführt; denn die zahl-reichen Eingebornen dieser Insel, welche Columbus als einsanftes, friedfertiges und glückliches Volk geschildert hat, wur-den nach der Eroberung jener schönen Eilande durch die gold-gierigen Spanier schnell der Vertilgung preisgegeben. Sieerlagen theils den schweren Arbeiten in den Bergwerken, theilswurden sie durch HungcrSnoth, die Pocken und das Schwertihrer grausamen Unterdrücker weggerafft. Die Zahl der In-dianer Hispaniolas, welche der Bischof Bartholomäus de