Der seltsame Gebrauch fand in Spanien und Portugal Nachahmer und verbreitete sich unter allen Standen. Längstführt in diesen Ländern der Edelmann, wie der Bauer undMaulthiertreiber, stets Cigarren und ein Feuerzeug bei sich.Kein Geschenk ist einem Spanier angenehmer, als eine guteCigarre. So ist denn das Tabakrauchen bei den Spaniernund Portugiesen zu jeder Tageszeit und überall üblich, imHause und bei Geschäften, auf den Straßen und'dem Prado.Sogar im Theater hat sich das Cigarren-Rauchen hin undwieder eingeschlichen. Der Bauer und der Maulthiertreiberzündet ohne Bedenken seine Cigarre an der des Edelmannsan, und spricht seinen Dank mit den Worten aus:ol lavor äs sä oancivla. Die Bettler auf den Straßen siehtman emsig beschäftigt, die weggeworfenen Cigarren-Endenzu sammeln und zerschnitten mit einem Stück Papier zu rau-chen. Selbst viele Frauen, besonders der höheren Stände,finden Vergnügen am Rauchen kleiner Cigarren, ?aKitL8,die einen feinen Duft verbreiten.
Der einträgliche Handel mit Tabak, sowie die Fabricationder Cigarren und des Schnupftabaks sind in Spanien undPortugal Monopol der Krone, welches zuweilen in Pachtgegeben wird. Es gehört zu den Staats-Einkünften, Rentrr8Kvn6rA,Ie8, und wirft jährlich gegen zwölf Millionen Guldenab. Auf Staatskosten betriebene Fabriken befinden sich zuSevilla, Valencia und Corunna. Die zu Sevilla ist eine dergrößten der Welt. Das sehr geräumige und prachtvoll imDorischen Baustpl aufgeführte Gebäude wurde auf BefehlPhilipp des Fünften errichtet. Zur Zeit Königs Karldes Vierten waren hier 12,000 und im Jahr 1827 noch7000 Personen beschäftigt. Seit dem Abfall dcr^ Spanischen Besitzungen auf dem Amerikanischen Continent hat sich der
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